Er war einmal in Amerika


 
Interpret/Komponist: Ennio Morricone u. a.
Titel: We all love Ennio Morricone
Tracks: 17
Spieldauer: 70:01 min
Label: Sony BMG
Website: www.sonybmgclassical.de   


Am 25. Februar 2007 war es endlich so weit. Nachdem er bereits fünfmal für den Oscar nominiert wurde und jedes Mal leer ausging, erhielt Ennio Morricone endlich das goldene Männchen. Übereicht wurde die Trophäe von Clint Eastwood, der ohne Morricones unvergessliche Italo-Western-Klänge zu Sergio Leones Dollar-Trilogie möglicherweise nie zum Weltstar geworden wäre. Dass es sich bei dem Preis “nur“ um einen Ehren-Oscar handelte, ist nicht weiter schlimm, denn die Nominierungen erhielt der Maestro ohnehin meistens für eher uninspirierte Hollywood-Auftragsarbeiten wie “Bugsy“ oder “Die Unbestechlichen“.
 
    
 

Da Morricone zur Entgegennahme des Oscars ausnahmsweise einmal seine Wohnung in Rom verlassen hatte und endlich einmal in Amerika war, wurde er auf dem Weg nach Los Angeles gleich noch mit zwei Gala-Konzerten in New York geehrt. Außerdem erscheint unter dem Titel “We all love Ennio Morricone“ ein Tribut-Album. Anders als auf den drei Jahre zuvor entstandenen “Morricone Remixes“-Alben entstand die neue CD in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Maestro, der zu jedem Titel neue Intros und Outros schrieb.

Den Reigen eröffnet Celine Dion, deren wunderschön dahingeschnulztes “I knew I loved you“ bereits auf der Oscar-Verleihung zu hören war. Wohl keiner der je Leones “Es war einmal in Amerika“ gesehen hat, wird diese Melodie vergessen können. Im Anschluss versuchen sich Quincy Jones und Herbie Hancock an “The Good the Bad and the Ugly“, was erwartungsgemäß ziemlich nach 70er-Jahre und altmodischer als das Original klingt. Danach spielt uns Bruce Springsteen das “Lied vom Tod“, fällt jedoch inmitten des von Leone selbst dirigierten Orchester nicht weiter (aber auch nicht unangenehm!) auf. Andrea Bocellis hingeknödeltes “Conradiana“ braucht die Welt nicht wirklich, dafür geht bei Metallicas Version von “The Ectasy of Gold“ (ebenfalls aus "The Good the Bad and the Ugly“) ziemlich die Post ab. Eine hübsche Ruhepause wäre dann Yo-Yo Mas nett gegeigtes Thema aus “Malena“. Doch leider hauen auch die restlichen Stücke (selbst der Beitrag von Roger Waters) in ziemlich genau die selbe Kerbe und bleiben allzu respektvoll, sehr getragen und überraschungsarm am Original kleben. Daher ist die CD - zumindest in der zweiten Hälfte - wenig mehr als ein weiterer Soundtrack-Sampler, was in Anbetracht von Morricones Qualitäten als äußerst abwechslungsreicher Komponist jedoch so schlimm nicht ist.

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