Am 25.
Februar 2007 war es endlich so weit. Nachdem er bereits fünfmal
für den Oscar nominiert wurde und jedes Mal leer ausging, erhielt
Ennio Morricone endlich das goldene Männchen. Übereicht
wurde die Trophäe von Clint Eastwood, der ohne Morricones unvergessliche
Italo-Western-Klänge zu Sergio Leones Dollar-Trilogie
möglicherweise nie zum Weltstar geworden wäre. Dass es sich
bei dem Preis “nur“ um einen Ehren-Oscar handelte, ist
nicht weiter schlimm, denn die Nominierungen erhielt der Maestro ohnehin
meistens für eher uninspirierte Hollywood-Auftragsarbeiten wie
“Bugsy“ oder “Die
Unbestechlichen“.
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Da Morricone zur Entgegennahme des
Oscars ausnahmsweise einmal seine Wohnung in Rom verlassen hatte
und endlich einmal in Amerika war, wurde er auf dem Weg nach Los
Angeles gleich noch mit zwei Gala-Konzerten in New York geehrt.
Außerdem erscheint unter dem Titel “We all love Ennio
Morricone“ ein Tribut-Album. Anders als auf den drei Jahre
zuvor entstandenen “Morricone
Remixes“-Alben entstand die neue CD in sehr enger Zusammenarbeit
mit dem Maestro, der zu jedem Titel neue Intros und Outros schrieb.
Den Reigen eröffnet Celine Dion, deren wunderschön dahingeschnulztes
“I knew I loved you“ bereits auf der Oscar-Verleihung
zu hören war. Wohl keiner der je Leones “Es
war einmal in Amerika“ gesehen hat, wird diese Melodie
vergessen können. Im Anschluss versuchen sich Quincy Jones
und Herbie Hancock an “The Good the Bad and the Ugly“,
was erwartungsgemäß ziemlich nach 70er-Jahre und altmodischer
als das Original klingt. Danach spielt uns Bruce Springsteen das
“Lied vom Tod“, fällt jedoch inmitten des von Leone
selbst dirigierten Orchester nicht weiter (aber auch nicht unangenehm!)
auf. Andrea Bocellis hingeknödeltes “Conradiana“
braucht die Welt nicht wirklich, dafür geht bei Metallicas
Version von “The Ectasy of Gold“ (ebenfalls aus "The
Good the Bad and the Ugly“) ziemlich die Post ab. Eine hübsche
Ruhepause wäre dann Yo-Yo Mas nett gegeigtes Thema aus “Malena“.
Doch leider hauen auch die restlichen Stücke (selbst der Beitrag
von Roger Waters) in ziemlich genau die selbe Kerbe und bleiben
allzu respektvoll, sehr getragen und überraschungsarm am Original
kleben. Daher ist die CD - zumindest in der zweiten Hälfte
- wenig mehr als ein weiterer Soundtrack-Sampler, was in Anbetracht
von Morricones Qualitäten als äußerst abwechslungsreicher
Komponist jedoch so schlimm nicht ist.
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