Bruce
Springsteen hat mit seinem 16. Studioalbum “Working On A Dream“
das Kunststück vollbracht, in kürzester Zeit ein qualitativ hervorragendes
Album abzuliefern und sein letztes Album "Magic“
von 2007 zu überragen. Springsteen, der sich für Obamas Wahlsieg
mit dem Song "Working On A Dream“ reichlich eingesetzt hatte,
schuf damit die musikalische Untermalung zum derzeitigen Aufbruchsgefühl
Amerikas.
Wie seine letzten Alben hat auch
dieses seinen ganz eigenen Charakter, welcher sich durch jeden der
13 Tracks zieht. Der Boss ist deutlich leiser geworden, jedoch subtil
und nachdenklich wie in seinen besten Zeiten. Die Songs reichen
von rockig in bester E- Street- Manier (“My Lucky Day“)
bis minimalistisch und hoch emotional (“The Wrestler“).
Herausgekommen ist ein poetisches, intensives Album, das es jedoch
schafft, anstatt Melancholie ein angenehmes Gefühl zu verbreiten.
Die aufmerksamen Zuhörer werden
hier und da kleine Hommagen an musikalische Klassiker (z.B. “Kiss“
von Prince oder Ennio Morricone) bemerken, die recht geschickt in
die jeweilige Songstruktur eingeflochten sind.
Besonders gefallen hat mir der Schlusssong
“The Wrestler“ der auf der Hülle als Bonustrack angegeben
ist, obwohl er eigentlich der 13. auf der Scheibe ist. Es handelt
sich hier um den Titelsong zum Wrestler-Drama mit Mickey Rourke,
das mit so ziemlich mit allen Preisen ausgezeichnet wurde. Obwohl
meiner Meinung nach ungerechtfertigt, gab es im Gegensatz zu seinem
Song zum Film “Philadelphia“ (1993) diesmal keine Oscarnominierung.
Matthias Schäfer
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