Während
zur Hochzeit des Musicals aus Bühnenshows erfolgreiche Filme wie “My
Fair Lady“, “West Side Story“ oder “The Sound of
Music“ hervorgingen, stammen heute die Vorlagen für Musicals
oft aus Hollywood (ja, es kann sogar vorkommen, dass ein zum Bühnenmusical
gewordener Film wie “The Producers“
erneut verfilmt wird!). Eine nicht unideale Vorlage für eine Bühnenshow
ist der 1992 entstandene Kinoerfolg “Sister Act“ mit Whoopie
Goldberg. Der Inhalt um die Nachtklubsängerin Deloris van Cartier,
die im Rahmen des Zeugenschutzprogramms in einem Kloster landet und
den dortigen Chor aufmischt, dürfte bekannt sein.
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Haupt- (und wohl auch einziges) Problem
der Musical-Version ist, dass es sich Disney-Hauskomponist Alan
Menken (“Arielle“, “Die
Schöne und das Biest“) nicht nehmen ließ sämtliche Songs
neu zu komponieren. Der Kinofilm lebt davon, dass Deloris den zunächst
ziemlich öde trällernden Ordenschor dadurch befeuert, dass dieser
Soul-Klassiker wie "My Guy" oder "I
Will Follow Him" schmettert. Diese“Key-Moments“ aus dem
Film fehlen nun leider völlig auf der Bühne des Hamburger Operettenhaus.
Weniger schwer wiegt, dass die Handlung von der Gegenwart des Jahres
1992 in die Disco-Ära verlegt wurde. Dadurch ist es möglich sich
etwas über die damaligen Klamotten und Klänge lustig zu machen.
Insgesamt funktioniert “Sister
Act“ auch auf der Bühne bestens. Die Handlung rollt ab wie
am Schnürchen, recht sanft wird über katholische Klostermoral gelästert
und es wird gesungen bis der Papst kommt. Absolute Ohrwürmer sind
beim ersten Durchlauf noch nicht wirklich auszumachen. Zwei recht
schöne Songs ("When I Find My Baby / Ich mach sie kalt",
"Lady in the Long Black Dress / Hey, Schwester")
schrieb Menken für den Ganoven Shank und seine dreiköpfige sympathisch
tumbe Bande, die heimlichen Stars der Show. Das Lied "How
I Got the Calling / Meine Offenbarung" in dem er die Nonnen
vorsingen lässt, was sie jeweils ins Kloster trieb variierte er
anschließend für den Disney-Trickfilm “Rapunzel“
als “I've Got a Dream“. Richtig herzig geriet im “Sister
Act“ Musical eine Pyjama-Party bei der die Ordensschwester
knallbunte Nonnen-Pyjamas tragen. Doch auch ansonsten wird Augen
und Ohren mehr als genug geboten.
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