Wer sich
als Fan von Phil Collins outet, erntet Lacher, hat sie aber nicht
unbedingt auf seiner Seite. Richtig ist zweifelsohne, dass dasauf
Solopfaden wandelnde Genesis-Mitglied in den Achtziger Jahren
reichlich Schmuse-Pop zu verantworten hatte, der nur sehr gelegentlich
und dann auch nur in ganz kleinen Dosierungen erträglich ist. Doch
ich zumindest denke nicht ungern an seine Hauptrolle im Film “Buster“
und den zugehörigen Song “A Groovy Kind of Love“ oder die
lustigen phonetisch auswendig gelernten deutschen Gesangseinlangen
in Disneys Trickfilm “Tarzan“.
Doch Collins ist auch der Drummer, den die besten Drummer als besten Drummer bezeichnen und die Süddeutsche Zeitung hat zweifelsohne recht, wenn sie von jenem “welthistorischen Trommelwirbel“ aus “In the air Tonight“ schwärmt. Wohl auch daher beginnt sein neues Album mit etwas Getrommel bevor schließlich jene softe Stimme ertönt, die nicht bei jedem Freude erzeugt.
Obwohl “zig neue Song“ daheim hat,
zog Collins es vor – nach achtjähriger Album-Abstinenz zurück zu
gehen und jene Songs zu covern, die ihn selbst geprägt haben. Das
Resultat ist eine muntere Revue aus eingängigen Soul-Nummern
wie "Papa Was A Rolling Stone" oder die mitreißende
Eröffnungsnummer "Girl (Why You Wanna Make Me Blue)".
Spätestens beim zweiten Hören
hat die ganze Chose eine entspannte Selbstverständlichkeit
und ist sicher kein Winder, dass “Going Back“ an genau
demselben Tag erscheint an dem Aldi und Lidl die Weihnachtsartikel
in die Regale geräumt haben.
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