"The Last Tour On Earth" hieß das Live-Album, mit dem Skandal-Rocker Marilyn Manson letztes Jahr die Musikwelt schockierte und den Untergang der Welt heraufbeschwor. Da die Apokalypse zur Jahrtausendwende nun erwiesenermaßen doch nicht stattgefunden hat, liegt jetzt mit "Holy Wood" das neue Werk der Skandalband vor. Schon ein Blick auf das Cover lässt den durchschnittlichen CD-Käufer aufschrecken: Manson präsentiert sich seinen Fans als halb verwester, gekreuzigter Heiland ohne Unterkiefer. In den Staaten sorgte dies (wieder einmal) für einen handfesten Skandal: Viele Plattenläden weigerten sich, das Album zu verkaufen, worauf ein entschärftes Alternativcover angefertigt wurde.
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"Holy Wood" ist gleichzeitig der erste Part einer Trilogie, die mit den Vorgängeralben "Mechanical Animals" (1998) und "Antichrist Superstar" (1996) rückwirkend fortgeführt wird. In dieser erzählt Manson die Geschichte des unschuldigen Adam Kadmon, der ungewollt zum neuen Messias aufsteigt und eine verhängnisvolle Revolution auslöst . . .
1989 beschloss den Ex-Fotojournalisten Brian Warner den Künstlernamen Marilyn Manson anzunehmen. Was bleibt wenn einmal die ganzen Skandale und Gerüchte rund um Warner alias Manson vergessen werden? Eine für den nicht abgeneigten Fan uneingeschränkt hörbare Mischung aus knallharten Rocksongs, harten Industrial-Sounds und nachdenklichen Balladen, nicht mehr, aber auch nicht weniger!!!
Dass der ganzen Monsterspuk nicht unbedingt ernst genommen werden muss, bewies der bekannte Modekritiker Richard Selzer alias Mr. Blackwell: Er nahm den schrill angezogenen und geschminkten Marilyn Manson 1997 in seine berühmt-berüchtigte Liste der "worst dressed Celebritys" auf. Sein Kommentar: "He looks like Alice Cooper doing 'Rosemary's baby.' A neo-Gothic Nightmare!"
Frank Nette
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