Ganz automatisch
wird bei Kurt Weill sofort an Bert Brecht und die "Dreigroschenoper"
gedacht. Doch die Zusammenarbeit mit Brecht war nur ein sehr kurzer
Abschnitt im Leben des 1900 in Dessau geborenen Komponisten. Er entzweite
sich schon 1931 mit Brecht und verließ Deutschland kurz nach der Machtergreifung
der Nazis für immer. Nach einem Zwischenstopp in Paris landete er
schließlich gemeinsam mit Lotte Lenya, mit der er zweimal verheiratet
war, in New York und komponierte erfolgreich für den Broadway.
Doch
während Brecht die Kompositionen Weills manchmal zu kommerziell
waren, musste er seine Musik in den USA oft widerwillig glätten.
Weill empfand dies Spagat jedoch als nicht allzu tragisch: "Ich
habe niemals einen Unterschied zwischen ernster und leichter anerkannt.
Es gibt nur gute und schlechte Musik."
Der Regisseur Sven Düfer drehte eine
hochinteressante Dokumentation über Weill. Er sprach mit Zeitzeugen
und suchte Wirkungsstätten auf. Vor Ort ließ er Songs des Komponisten
von diversen Künstlern interpretieren. So liefert Udo Lindenberg
mit dem Panik Orchester eine wuchtige Version des Mackie Messer-Songs
und Blixa Bargeld von den "Einstürzenden Neubauten" bietet
eine beeindruckende Performance zu einer Schellack-Platte mit dem
Lied vom "Bilbao Mond". Während die Songs aus dem Film
und der Pianosoundtrack von Henning Schmiedt bei Peregrina Music
auf CD vorliegen, bringt die Edition Salzgeber den Film auf DVD
heraus und diese Scheibe enthält ein ganz besonderes Extra: Die
Lieder aus dem Film können auch isoliert nacheinander und in 5-Kanal-Stereo
angehört werden!
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