Nachdem
das ABBA-Musical “Mamma
Mia!“ sehr erfolgreich im Hamburger Operettenhaus mitten
auf der Reeperbahn lief, war es nicht allzu abwegig danach etwas Ähnliches
mit den Songs von Udo Jürgens zu versuchen, denn dessen Fundus
an unvergesslichen Hits reicht fast an die Bestände des Schweden-Quartetts
heran. Recht erfreulich fand ich, dass ausgerechnet, der wirklich
schöne Song “Ich war noch niemals in New York“, der
mich nach dem er auf einer Ski-Reise jeden Abend hören musste/durfte
dazu brachte meine einzige Udo-Jürgens-CD zu erwerben, dem Musical
seinen Namen gab.
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Die zugehörige Story schrieb
(nach einer Idee von Hera Lind) Gabriel Barylli (“Butterbrot“).
Seine Geschichte ist hart dran an der Musical-Zielgruppe und bedient
sowohl Senioren als auch Yuppies, Freaks und Schwule. Stein des
Anstoßes sind zwei Rentner, die heimlich ihrem nicht allzu
trauten Heim entfliehen und – da sie noch niemals in New York
waren – eine Kreuzfahrt buchen. Die entsetzten Kinder des
Senioren-Duos, der geschiedene nicht allzu ehrgeizige Modefotograf
Axel und die Karriere-Journalistin Maria, nehmen die Verfolgung
auf und verlieben sich langsam aber sicher.
Zugegeben, sonderlich originell ist
das vielleicht nicht, aber umständlicher konstruiert als diese
Drei-Väter-Chose bei “Mamma Mia!“ auch
nicht. Die Dialoge sind – wenn mal gerade nicht gesungen wird
– sogar charmant und pointiert. Die Udo-Jürgens-Songs
wurden textlich gelegentlich etwas umgebastelt halbwegs sinnvoll
rund um die Handlung drapiert. “Aber bitte mit Sahne“,
“Ein ehrenwertes Haus“, “Merci Cherie“,
“Siebzehn Jahr, blondes Haar“ aber auch “Vielen
Dank für die Blumen“ oder “Buenos Dias
Argentina“ alle Hits finden ihren Platz und es dürfte
schwer werden noch ein Musical mit weiteren Songs von Jürgens
auszustatten. Die Krönung ist jedoch die Bühnentechnik,
die bereits im ersten Akt eine prunkvolle Schiffskabine präsentiert,
an die sich bei Bedarf ein komplettes Schiffstreppenhaus und ein
riesiges Außendeck anschließt. Nach der Pause rollen
dann im Verlauf der weiteren Handlung nicht enden wollende gewaltige
Decksaufbauten am staunenden Auge des Betrachters vorbei, der sich
nun wirklich ganz sicher ist, dass “immer, immer wieder
die Sonne aufgeht.“
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