Nachdem Hazy Osterwald 1949 mit einer Big-Band-Tournee finanziellen Schiffsbruch erlitt, beschloss der gebürtige Schweizer künftig nur noch mit erheblich abgespeckter musikalischer Belegschaft anzutreten. Ein Quartett oder Quintett erschien ihm jedoch als zu spartanisch, denn er wollte mehr als “nur“ Musik machen und brauchte auch Spielraum bzw. Personal für Showeffekte. Ein Sextett (das er später auch als “Jet Set“ bezeichnete) erschien ihm ideal und der Rest ist Musikgeschichte.
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Spätestens
1959 mit dem Riesenhit “Kriminaltango“
wurde das “Hazy Osterwald Sextett“ auch dem breiten
Publikum außerhalb der exklusiven Nachclubs, in denen die
Kombo sonst auftrat, bekannt. Zwar hatten Osterwalds Mannen zuvor
auch schon einige TV-Auftritte (meist unter der Regie des späteren
“Klimbim“-Schöpfers Michael Pfleghar) absolviert.
Doch Mitte der Fünfziger steckte das Medium noch in den Kinderschuhen
und nur in einigen Tausend Haushalten oder Kneipen standen Geräte.
Aus jenen Tagen vor dem ganz großen Durchbruch stammen auch
jene beiden ursprünglich auf 25-cm-LPs veröffentlichte
Livesessions, die die “Bear Family“ (wie immer mit einem
vorbildlich gestalteten Booklet) zum 85. Geburtstag von Hazy Osterwald
veröffentlicht. Wer hier ausschließlich flotten Klamauk
Aufnahmen wie Osterwalds spätere Hits “Panoptikum“
oder “Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt“ erwartet,
dürfte angenehm enttäuscht werden. Die einmal in deutsch
und einmal in englisch aufgenommenen aber ansonsten identischen
“Jazz, Show und Bingel Bangel Band“-Auftritte, enthalten
mitreißend beschwingte Versionen von Standards wie “Tiger
Rag“ oder “You are my Sunshine“ und auch noch
fünfzig Jahre später geht hier immer noch die Post ab!
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