Pizza con tutto


 
Interpret/Komponist: Die Fantastischen Vier
Titel: Fornika
Tracks: 13
Label: Columbia (Sony BMG)


Der Hip Hop nimmt ja komische Gestalt in Deutschland an, da laufen geistig minderbemittelt mit komischen Masken durch die Musikszene und der Jugend gefällt es. Die Wurzel des deutschen Sprechgesangs war ja irgendwie ganz anders, 4 junge Kerle aus dem Schwabenland haben sich zusammengefunden und mit witzig banalen Texten einen Leonard Cohen Song kopiert und einfach Die Da daraus gemacht.
 
    
 

Aber egal, so läuft es im Geschäft. Während der Hip Hop in den USA zwischen Kriminalität und Peinlichkeit schwankt, haben es eben diese Fantastischen Vier doch tatsächlich geschafft die zweitälteste Hip Hop – Band der Welt zu werden (Nach den Beastie Boys).

Keine Skandale (von Jenny Elvers mal abgesehen), konsequente Weiterentwicklung der Musik und hervorragende Live-Performances – da freut sich doch der Hörer auf jedes neue Album. Jetzt also auch “Fornika“ und die Scheibe sprengt sogar noch sämtlich Erwartungen. Der Hammer, der Groove geht sofort in das Ohr. Die Singleauskopplung “Wir ernten was wir sähen“ war schon großartig, die Platte bietet noch Potential für unzählig weitere gute Singles (so z.B. der Song “Yeah, Yeah, Yeah“).

Die 4 selbst behaupten selten so viel und intensiv zusammengeschrieben zu haben und die Texte nehmen immer wieder die eigene Karriere aufs Korn. Schön, dass die 4 einfach tun können was sie wollen und sich nicht an irgendwelchem Mainstream orientieren müssen. So dass zwar eine Hip-Hop Kopfnicker-Nummer der nächsten folgt, aber die 13 Stücke zum Schluss in dem wunderschön melancholischen Liebeslied “Was bleibt“ münden. Der Freundeskreis der Fantastischen Vier lässt sich auch sehen, so dass bei “Was Bleibt“ Max Herre den Refrain säuselt. Daneben finden wir sogar auch noch den grölenden Grönemeier.

Mit dem Song Fornika erfolgt eine Hommage an Michel Jacksons “Thriller“, wobei der gruselige Sprechgesang von Vincent Price auch in der deutschen Übersetzung gut funktioniert. Man fragt sich dann natürlich welche inhaltsschwere Bedeutung der Begriff “Fornika“ mit sich bringt. Aber witzigerweise entstand dies bei einer Pizzabestellung. Als die Fantas bei einem Freund (Wernecke) Pizza geordert haben, wurde auf den Pizzakarton der Name Fornika geschrieben. Das ist so auch irgendwie Programm für diese Scheibe: eine gelungene Mischung aus allem nicht nur Quattro Stazione.

Da hört man diese 13 tollen Songs durch und durch, freut sich auf den Soundtrack für den Sommer 2007 (der ja dieses Jahr schon an Ostern beginnt) gefunden zu haben und auch auf die anstehende Tour der fantastischen Vier.

Auf die nächsten 18 Jahre – Yeah, Yeah, Yeah !!!

Michael Kompa

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