Viel Zeit ist
vergangen seit 1965 Franz Josef Degenhardt sein "Spiel nicht mit den
Schmuddelkindern" aufnahm. Doch während viele linke Liedermacher nach dem
Zusammenbruch der DDR ziemlich sprachlos geworden sind, hat "Väterchen
Franz" einfach weiter gemacht. "Quantensprung" ist nun sein 46.
Album. "Quantensprung" und auch zugleich der Titel des ersten Liedes.
Hierin bezieht sich Degenhardt auf den Terroranschlag des 11. Septembers. Er
kritisiert, dass durch diese Tat die "Theorien Werte und Begriffe von
dunnemals" erledigt sind und ein neues Zeitalter anbricht, mit klaren
Konturen, Kampfbereitschaft, Entschlossenheit und Feindbildern "mit Kaftan,
Rauschebart und Turban, so wie Karl May ihn schon beschrieben hat."
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Doch die restliche CD ist dann nicht
mehr ganz so hochpolitisch sondern Degenhardt lässt es menscheln.
Das heißt aber nicht, dass es dabei nicht auch reichlich was zu
kritisieren gäbe. "In der Glitzerpassage" etwa trifft
er etwa eine alte Liebe wieder. Beide unterhalten sich etwas verkrampft,
beteuern dabei aber immer wieder sich selbst noch treu geblieben
zu sein. Sie kommen sich jedoch in ihren coolen Lebensführungen
etwas einsam vor, "aber beim Abschied haben wir uns umarmt".
Das letzte Stück "Jugendfreunde"
ist dann auch der Höhepunkt der Scheibe. 16 Minuten lang beschreibt
Degenhardt, inspiriert von einem Spitzweg-Bild, wie sich zwei alte
linke Kämpen wieder treffen und ihre Hassliebe aufeinander ihnen
wieder neues Leben einhaucht.
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