Es gibt
Musik für Männer und für Frauen sowie Musik für Männer und Frauen.
Aber was hören Männer und was hören Jungen wenn sie eben noch keine
Männer sind und wann werden sie zu Männern um eben die entsprechende
Musik zu hören..
Die
Antwort kam mit meiner ersten Erfahrung mit Brian Setzer (als
Solokünstler, nicht als Kopf der Stray Cats - Songs wie “Stray cat
strut“, “Ubangi stomp“ oder “Rock this town“ waren mir ja Hymnen
meiner Jugend), worin mir die Musik für Männer definiert wurde.
Besser gesagt Pauli Diermeier tat dies während dem Comicfest 2002,
bei unendlichem Freibier für Comicgekritzel und dazu dem grandiosen
Setzer Album “Igniton“. “Das ist Musik für Männer“ sagte Pauli und
ich hatte es auch sofort verstanden. Erdig und ehrlich, Schlagzeug,
Bass und Gitarre dazu flotte Weisen über Frauen und Autos mit heißen
Rockabilly-Gitarrenriffs – was braucht der Mann mehr.
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Im 13. Jahr seiner Solokarriere veröffentlicht
Brian Setzer ("Rockabilly Riot!")
nun sein 13. Album das auch origineller Weise entsprechend tituliert
wurde (und 13 Tracks enthält). Der Rock´n´Roll
lebt und Brian Setzer bleibt sein Prophet, blonde Tolle, Koteletten
bis zum Kinn und eben dieser grandiose rockabilly sound. Setzer
machte auf Big Band sound (und erntete dafür Grammies in Hülle
und Fülle) als Robbie Williams noch in den Windeln lag, seither
entwickelt er sich zwar nicht weiter aber er enttäuscht auch
nicht. Seine Musik ist für Männer und dann doch auch irgendwie
für große Jungs. Aber sind nicht die meisten Männer
auch irgendwie Charaktere aus einem Nick-Hornby-Roman, die sich
weigern erwachsen zu werden. Brian Setzer jedenfalls schon, Frauen
bleiben bad, bad Girls, Alkohol und Drogen erscheinen als Befreiung
vom belanglosen Gelaber, dazu ein Sound der zwar nicht die Intensität
von “Ignition“ schafft aber auch nicht so weit davon
entfernt ist. Setzer bleibt ein virtuoser Rock´n´Roll-
Gitarrist und spielt dies am Anfang dieser Scheibe schon fast zu
oft aus, dass der Gesang in den ersten Stücken kaum dagegen
ankommt. Aber in der Mitte dieser 13 Songs fängt er uns verbindlich
ein und wir wollen unsere schwarzen Lederjacken überstreifen,
die Geheimratsecken umrandete Haartolle zurechtkämmen und eben
dem Rockabilly frönen als ob es nichts anderes als dieses Lebensgefühl
gäbe.
So erfindet Setzer zwar die Musik nicht neu, aber im Gegensatz zu vielen anderen Musikern im kritischen Alter um die 50 schafft er es auch im 13. Anlauf sich treu zu bleiben ohne dabei peinlich zu wirken.
Das macht Spaß und irgendwie
weigert sich der Junge im Manne dann doch erwachsen zu werden, aber
hey, mit 13 beginnt ja auch erst die Pubertät – Erwachsen
werden wir frühestens mit der 18. Scheibe!!! Also, keep on
rocking Brian und bis demnächst...
Michael Kompa
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