Ein grüner Koffer als Vater


 
Filmtitel: Superman - Der Film
Originaltitel: Superman - The Movie
Land, Jahr: USA 1978
Regie: Richard Donner
Buch: Mario Puzo, David Newman, Leslie Newman, Robert Benton nach den Comics von Jerry Siegel, Joe Shuster
Produzent: Alexander Salkind, Ilya Salkind
Musik: John Williams
Darsteller: Marlon Brando (Jor-El), Gene Hackman (Lex Luthor), Christopher Reeve (Superman / Clark Kent), Ned Beatty (Otis), Jackie Cooper (Perry White), Glenn Ford (Jonathan Kent), Trevor Howard (First Elder), Margot Kidder (Lois Lane), Jack O'Halloran (Non), Valerie Perrine (Eve Teschmacher), Maria Schell (Vond-Ah), Terence Stamp (General Zod)
Länge: 121 min
Website: www.warnerbros.de


1966 scheiterte ein Superman-Broadway-Musical namens "It´s a Bird, it´s a Plane, it´s Superman“ trotz guter Kritiken nach immerhin 128 Vorstellungen. Der Komponist Charles Strouse versorgte später das ebenfalls auf einem Comic basierende und erfolgreich verfilmte Musical Annie mit eingängigen Songs und die Autoren des Stückes, David Newman und Robert Benton, wurden zu erfolgreichen Drehbuch-Autoren, die sich 1978 erneut (gemeinsam mit Leslie Newman, Tom Mankiewicz und Mario Puzo, den Autor von Der Pate) dem Stählernen widmen durften.
 
    
 

Nach dem Riesenerfolg von "Star Wars" erschien auch eine großaufgezogene Superman-Verfilmung als recht lukrativ. Vater und Sohn Salkind hatten angeblich alles schon lange vorher geplant, aber erst als George Lucas Sternenkrieg wie blöd absahnte, konnten Geldgeber gewonnen werden. Die Salkinds hatten durchaus Erfahrungen mit Projekten dieser Größenordnung. Für ihre aufwendige Neuverfilmung der "Drei Musketiere" wollten sie zunächst die Beatles wieder vereinen. Als dies nicht klappte verpflichteten sie ein beeindruckendes Staraufgebot (u. a. Faye Dunaway, Charlton Heston, Christopher Lee, Rachel Welch, Richard Chamberlain, Michael York, Oliver Reed) und ließen Regisseur Richard Lester soviel Material drehen, daß noch ein zweiter Teil ("Die vier Musketiere") hinterher geschoben werden konnte.

Auch bei "Superman - The Movie" waren es Stars, durch deren Verpflichtung die ganze Chose so richtig in Gang kam. Marlon Brando akzeptierte 1978 für seinen 10-minütigen Auftritt als Supermans Vater Jor El die damals unglaublich hohe Gage von 3,7 Millionen Dollar. Durch diesen Betrag und weil es ungewöhnlich war, daß Superstars in einem Comicfilm auftraten, brachte Brando das Projekt in die Schlagzeilen und es interessierten sich weitere bekannte Darsteller für gutbezahlte Auftritte. Gene Hackman (Lex Luthor), Glenn Ford (Papa Kent) und Trevor Howard, aber auch Maria Schell konnten so verpflichtet werden. Diese prominente Besetzung hatte nun den großen Vorteil, daß die Titelrolle nicht mehr mit einem Star besetzt werden mußte. Als der bisher nur im TV und im Theater (immerhin in Londons "Old Vic“ und der "Comédie Francais“) aufgetretene Christopher Reeves endlich gefunden war, konnte es losgehen.

Marlon Brando "erfreute“ die Crew erst einmal mit dem genialen Vorschlag Jor El könnte ja auch ein grüner Koffer sein, der mit seiner Stimme spricht. Auch sonst lief nicht alles glatt und der damals noch recht unerfahrene Regisseur Richard Donner ("Lethal Weapon", "Das Omen"), der ziemlich kurzfristig für den James Bond-Regisseur Guy Hamilton eingesprungen war, mußte kurz vor Beendigung der Dreharbeiten noch durch Richard Lester ersetzt werden. Obwohl der Film ein großer Erfolg wurde, ist er dennoch eine Riesenenttäuschung. So gab es zwar exzellente Trickeffekte (schon der Vorspann mit den durch das Weltall fliegenden Credits zu John Williams mehr als angemessener Musik ist ziemlich genial), aber auch holperige Trickaufnahmen (Supie hängt vor Leinwand), die in einer Produktion dieser Größenordnung nichts verloren haben. (Trotzdem erhielten die Effekte einen Oscar.) Es gab gute schauspielerische Leistungen (Ford wirkt authentisch als US-Farmer und Margot Kidder ist eine überzeugend forsche Lois Lane, die schon viel von Teri Hatchers späterer Gestaltung dieser Rolle vorwegnimmt), aber Christoper Reeve wirkt im leuchtend blauen Turnerdress und in seinen Plastikstiefeln, trotz solider darstellerischer Leistung, eher lächerlich. Der Film schafft in seiner zweistündigen Laufzeit nicht viel mehr, als zu zeigen, daß Superman fliegen kann und daher wurde er auch meist nur mit dem Satz "You´ll believe a man can fly“ beworben.

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"Superman II" wurde teilweise schon während der Dreharbeiten zu Superman the Movie "back to back“ gedreht, wie es die Salkinds ja bereits bei ihren Musketieren machten. Angeblich hatte Donner bereits 80 Prozent von "Superman II" parallel zu Superman the Movie abgedreht. Gene Hackmann, obwohl in der endgültigen Version von "Superman II" genauso präsent wie im ersten Teil, wurde bei den Dreharbeiten gar nicht mehr gesichtet. Bereits abgedrehte Szenen mit Marlon Brando durften, da man sich finanziell nicht einigen konnte, nicht für den zweiten Teil verwendet werden.

Auch diesmal komplettierte Richard Lester den Film und wurde als einziger Regisseur genannt. Zwar gibt es so etwas wie einen roten Faden (drei kryptonische Schurken, die in die "Phantomzone“ verbannt wurden, brechen aus und wollen die Erde unterjochen), doch alles in allem ist das Resultat in seiner Behäbigkeit, seinen flauen Gags und den wenig beeindruckenden Tricks noch enttäuschender als der erste Teil. Die Einspielergebnisse blieben jedoch konstant. Sehr viel überzeugender, ja sogar der beste Film der ganzen Reihe ist der 2006 erschienende "Richard Donner Cut" von "Superman II".

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"Superman III" schließlich beschreitet neue Wege und ist ein rundum erfreulicher Film geworden. Richard Lester, der schon in seinen Beatles- und Musketier-Filmen einen Sinn für ungewöhnliche Gags und gutes Timing bewiesen hat, darf sich hier mal wieder richtig austoben. Er kann budgetmäßig aus dem Vollen schöpfen und hat den Film anders als bei "Superman II" von Anfang an mitgestaltet. Schon die Eröffnungsszene mit dem kunstvoll entfesselten Chaos ist ein Genuß. Um alle Details (der brennende Pinguin!) mitzubekommen, muß man sie öfter sehen. Der Film schafft es sein Anfangstempo fast bis zum Ende durchzuhalten und kann auch in den Spezialeffekten und in romantischen Momenten (diesmal mit Annette O´Toole als spröde aber durchaus attraktive Lana Lang, Margot Kidder tritt nur sehr kurz als Lois Lane auf) voll überzeugen. Recht lustig ist auch, daß der damalige Starkomiker Richard Pryor gegen Lesters filigranes Gagfeuerwerk kaum eine Chance hat und in seinen Szenen steif, albern und unkomisch wirkt. Angeblich wurde vom Stand Up-Komiker Pryor erwartet, daß er in seinen nur sehr ungenau herausgearbeiteten Szenen improvisieren würde. Doch Pryor ist angeblich Superman Fan und hat sich starr an das Drehbuch gehalten. Da "Superman III" nicht den Erwartungen entsprach, die anscheinend ausschließlich auf romantisch pathetische Action hinausliefen, floppte der Film als er 1983 in die Kinos kam.

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Die Salkins probierten ihr Glück ein Jahr später noch mit "Supergirl". Genau wie bei "Superman the Movie" besetzten sie auch hier die Titelrolle mit einen Newcomer (Helen Slater) und verpflichteten einige Stars in kleineren Rollen, diesmal Peter O´Toole (als Supergirls kryptonischer Papa), Mia Farrow und Faye Dunaway als Hexe mit der Supergirl um die Gunst eines Gärtners kämpfen mußte.

Das Resultat, von dem in den USA ein 20 Minuten längerer Director´s Cut erschien, ist ein völlig chaotisches Wirrwarr mit durchaus guten Tricks und einer netten Helen Slater. Der Film lockte natürlich niemand in die Kinos. Daher waren die Salkins froh, daß sie die Rechte an der Superman-Filmreihe weiterverkaufen konnten.

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Bei "Superman IV: The Quest for Peace" (1987) übernahm dann das Produzentenduo Menahem Golan und Yoram Globus die Reihe, bzw. statt "Warner Brothers“ produzierte jetzt "Cannon“. Die Gesellschaft war berühmt und berüchtigt für Filme mit Chuck Norris und der "greisen Granate“ Charles Bronson. Cannon wollte nun mit aller Gewalt vom Ruf einer Billigfirma loskommen und betrachtete "Superman IV" als Prestige-Projekt. Christopher Reeves wurde geködert, indem man ihm anbot das Drehbuch zu verfassen (Leonard Nimoy mußte schon ein Platz auf dem Regiestuhl angeboten werden, bevor er für "Star Trek III" wieder die Ohren anlegte). Die Tatsache, daß Reeves sein entsetzlich naives Drehbuch gemeinsam mit einer Schulklasse verfaßte, ist dem Film in jedem Moment anzumerken und auf seine Gage für das Drehbuch wartet er noch heute. Auch Gene Hackman wurde wieder als Lex Luthor verpflichtet. Sein ehrlicher Kommentar hierzu: „Das Einzige, das mich an diesem Film reizt ist die Gage.“ Für die Jugend wirkte John Cryer aus dem damals gerade angesagten "Pretty in Pink"-Film mit und auch die komplette "Daily Planet“-Crew wurde wieder verpflichtet.

Während die Cannon-Produktionen ansonsten teurer aussahen, als sie tatsächlich waren, ist bei "Superman IV" das genaue Gegenteil der Fall. Da fast das ganze Budget für die Besetzung draufging, mußte beim Drehen und bei den Trickeffekten gespart werden. "Superman IV" bezweckt anscheinend nichts anderes als schlüssig zu beweisen, daß die ersten beiden Teile doch gar nicht so schlecht waren. "Superman IV" und eine katastrophale Neuverfilmung von Jules Vernes "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" brachten Menahem Golan und Yoram Globus an den Rand des Ruins und zurück zu Norris und Bronson, mit denen sie weiterhin beständig "Ein Mann sieht rot" neu verfilmten. Nach dem Floppen des vierten Teils sollte es fast 20 Jahre dauern bis es im Kino endlich hieß "Superman Returns".

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