Stärker noch als im wirklichen Leben
gilt im Kino (zumindest im Genre der romantischen Komödie) sowohl
“was sich neckt (bzw. zunächst völlig auf dem Geist geht), das
liebt sich“ als auch “Gegensätze ziehen sich an (bzw. aus)“.
Sandra Bullock hat dieses Klischee schon recht ausgiebig in “Ein
Chef zum Verlieben“ bedient, war damals allerdings nur die
eher unfreiwillige Assistentin eines von Hugh Grant (zunächst) ziemlich
arschlochhaften gespielten Immobilenhais...
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Doch
sieben Jahre später in “Selbst ist die Braut“ (auch der
in der Werbung verwendete Zusatzspruch “Sie müssen die Braut
jetzt küssen“ ist - genau wie der deutsche Titel - ausnahmsweise
einmal wirklich treffend und originell) ist der Bullock schließlich
der Aufstieg gelungen. Jetzt spielt sie Margaret Tate, eine Direktorin
in der New Yorker Verlagsbranche, der die Ausweisung in ihre Heimat
Kanada droht. Kurzentschlossen zwingt sie mit gar nicht so sanften
Druck ihren direkten Untergebenen Andrew Paxton (hält
gut mit: Ryan Reynolds) sie
zu ehelichen. Als dessen Familie in Alaska besucht, erlebt die ansonsten
so selbstsichere Margaret allerlei sie verwirrende Überraschungen.
Das
Ende dieser Geschichte dürfte niemanden wirklich verwundern,
doch bevor es schließlich dazu kommt, passiert noch allerlei
höchst Vergnügliches. Zwar ist der Auftakt in der Sandra
Bullock mit viel Spaß das fiese Chefmonster spielt, der viel
zu kurz geratene Höhepunkt des Filmes. Doch die langsame aber
sichere Demontage dieser Karrierefrau geriet ebenfalls recht spaßig.
Auch dadurch, dass die sonst fast nur durchgehend sympathische Rollen
spielende Bullock hier ganz schön zickig auftritt und dass
die 1964 geborene Darstellerin in diesem Film niemals ihr Alter
leugnet, ist “Selbst ist die Braut“ deutlich mehr als nur
eine weitere romantische Komödie.
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