Der Klassiker zum Thema “Fremdgehen“
dürfte Adian Lynes “Eine verhängnisvolle Affäre“ mit Michael
Douglas sein. Doch genau wie in seinem danach entstandenen Film “Untreu“
beschäftigt sich Lyne - aber auch fast alle anderen ähnlich gelagerten
Hollywood-Filme – hauptsächlich damit den sexuellen Vollzug so freizügig
wie zulässig zu zeigen um dann moralisch auf die Tube zu drücken und
auf ein möglichst knalliges Finale (Stichwort Badewanne) hinzusteuern.
Die Iran-Amerikananerin Massy Tadjedin
(sie schrieb u. a. das Drehbuch zu “The Jacket“) setzt
in ihrem Regiedebüt andere Akzente. Sie ist sehr viel stärker daran
interessiert was passiert, bevor es ernst wird und jemand seinen
Lebens(abschnitts)partner betrügt. Dass das Leben danach nicht mehr
dasselbe ist wird dann nur noch angedeutet. Tadjedin konnte für
ihren Film Stars verpflichten, die es durchaus genießen einmal keine
überlebensgroßen Rollen in Blockbustern wie “Avatar“
oder “Fluch der Karibik“
zu spielen.
Michael (Sam Worthington) beginnt
erst nachdem seine Frau Joanna (Keira Knightley) nach einer Party
sehe eifersüchtig auf seine attraktive neue Kollegin Laura (Eva
Mendes) reagiert, die Möglichkeit einer Affäre in Betracht zu ziehen.
Joanna hingegen trifft nach Jahren wieder auf ihren Ex-Freund Alex
(Guillaume Canet) und verabredet sich mit ihm, während Michael mit
Laura auf Dienstreise ist...
“Last Night“ spielt fast
ausschließlich während einer Nacht. Tadjedins Inszenierung erinnert
an die Konferenzschaltung zwischen zwei spannenden Bundesligaspielen.
Sie schaltet geschickt zwischen den Höhepunkten von zwei sehr unterschiedlich
verlaufenden Dates hin und her. Dadurch wird der Film nicht nur
äußerst kurzweilig sondern zu einer vielschichtigen Reflexion darüber
wie schwer es ist Versuchungen zu widerstehen.
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