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Ende der Dreißiger Jahre ist der deutsche Sägemühlenbetreiber
August Habermann ein angesehenes Mitglied eines in den Sudetengebieten
der Tschechoslowakei gelegenen Dorfes. Doch nachdem die deutsche
Wehrmacht einmarschiert
ist,
muss August um seine tschechische Frau Jana fürchten, die
Halbjüdin ist. Er versucht den Menschen im Dorf so gut es geht
zu helfen, wird jedoch immer wieder durch den intriganten Sturmbannführer Koslowski
herausgefordert.
Was anfangs wie aber gut ausgestatteter aber behäbiger TV-Film wirkt,
gewinnt schnell an Fahrt. Mark Waschke (“Die
Buddenbrooks“) überzeugt als idealistischer deutscher
Fabrikbesitzer, dem sein Bemühen um Gerechtigkeit nicht gedankt
wird. Hannah Herzsprung spielt – ähnlich wie in der Serie “Weissensee“
- eine ebenso verletzliche wie willensstarke Frau, während der
oft nicht sonderlich intelligent wirkende Gesichtsausdruck von
Wilson Gonzalez Ochsenknecht gut zu einem von den Nationalsozialisten
verführten jungen Menschen passt.
Doch richtig gut wird “Habermann“ erst durch Ben Becker,
der den Sturmbannführer Koslowski nicht wie Christoph Waltz seinen
Hans Landa in Tarantinos “Inglourious
Basterds“ als überlebensgroße Karikatur anlegt, sondern
diesen sehr viel glaubhafter als kleinen nur auf seinen Vorteil
bedachten Fiesling spielt. Dem ansonsten eher durch Märchenverfilmungen
wie “Das neunte Herz“ aufgefallenen tschechischen Regisseur
Juraj Herz gelang ein erschreckendes Drama über alles andere als
märchenhafte Zeiten.
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