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Ein Artikel von Elizabeth Gilberts diente bereits
dem Film “Coyote Ugly“
als Vorlage. Doch während daraus ein anspruchsloses aber fröhliches
Filmchen um ein paar hübsche Girls wurde, die eine New Yorker
Kneipe bewirtschafteten indem sie dort auf dem Tresen herumhüpften,
kommen Gilberts Memoiren “Eat Pray Love“ als eine Art
Patentrezept voller Binsenweisheiten für die Lebensführung der
(US-amerikanischen) Frau daher. Von dem Buch wurden allein in
den USA über 6 Millionen Exemplare verkauft und der zugehörige
Kinofilm war dann leider nicht zu vermeiden.
Nachdem die Ehe von Frau Gilbert scheiterte, brach sie von New York zu einer dreiteiligen Reise auf. In Italien entdeckte sie die Freude am Essen und am in den Tag hinein leben. In einem Ashram in Indien erlernt sie das Meditieren und Beten. In Bali schließlich findet sie die wahre Liebe. Das ist erfreulich für Frau Gilbert, wird aber auch dann nicht interessanter, wenn sie 140 qualvolle Minuten lang von Julia Roberts verkörpert wird.
“Eat“, das erste Drittel des Filmes, ist durch das recht schwungvoll eingefangene italienische Flair und allerlei nette Nebendarsteller noch halbwegs amüsant und kurzweilig, ja macht sogar Appetit auf mehrere Teller Pasta (ich unterbreche mal kurz um mir Spaghetti zu kochen). Auch das Plädoyer an Frauen sich kalorienmäßig einfach mal gehen zu lassen und eine etwas weniger enge Hose zu kaufen, ist nicht unsympathisch. Doch das war es dann auch schon.
Wenn es dann nach Indien in einen Ashram geht, verwandelt der Film
sich in einen Werbefilm für Selbstfindungsurlaub in Indien.
Auch der begnadete Nebendarsteller Richard Jenkins ("Ein
Sommer in New York") als kerniger texanischer
Sinnsucher reißt nichts mehr raus. Besonders anstrengend
wird dieser “Pray“-Mittelteil noch dadurch, dass die Zeit dahin
schleicht und dem Zuschauer klar wird, dass auch noch das dicke
Ende “Love“ abgesessen werden muss. Im letzten Drittel hat eigentlich
nur Javier Bardem Spaß, denn dieser beweist hier, dass er
nicht nur Machos mit tödlichen Luftdruckschleuchen sondern
auch weinerliche Männer verkörpern kann, die Musikkassetten
mit ihren Lieblingssongs zusammenstellen. Herzlichen Glückwunsch!
Wie dem auch sei, garantiert werden mehrere Millionen (meist weiblicher)
Besucher in “Eat Pray Love“ strömen und direkt im Anschluss
Kombireisen nach Italien, Indien und Bali buchen.
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