Leider nicht zu vermeiden

 

 

Filmtitel:

Eat Pray Love

Originaltitel:

Eat Pray Love

Land, Jahr:

USA 2010

Regie:

Ryan Murphy

Buch:

Ryan Murphy, Jennifer Salt nach dem Buch von Elizabeth Gilbert

Produzent:

Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Julia Roberts, Stan Wlodkowski, Tabrez Noorani

Musik:

Dario Marianelli

Darsteller:

Julia Roberts, Billy Crudup, James Franco, Javier Bardem, Viola Davis, Richard Jenkins, Christine Hakim

Länge:

140 min

Website:

www.eatpraylove-derfilm.de



Ein Artikel von Elizabeth Gilberts diente bereits dem Film “Coyote Ugly“ als Vorlage. Doch während daraus ein anspruchsloses aber fröhliches Filmchen um ein paar hübsche Girls wurde, die eine New Yorker Kneipe bewirtschafteten indem sie dort auf dem Tresen herumhüpften, kommen Gilberts Memoiren “Eat Pray Love“ als eine Art Patentrezept voller Binsenweisheiten für die Lebensführung der (US-amerikanischen) Frau daher. Von dem Buch wurden allein in den USA über 6 Millionen Exemplare verkauft und der zugehörige Kinofilm war dann leider nicht zu vermeiden.

 

    

 

Nachdem die Ehe von Frau Gilbert scheiterte, brach sie von New York zu einer dreiteiligen Reise auf. In Italien entdeckte sie die Freude am Essen und am in den Tag hinein leben. In einem Ashram in Indien erlernt sie das Meditieren und Beten. In Bali schließlich findet sie die wahre Liebe. Das ist erfreulich für Frau Gilbert, wird aber auch dann nicht interessanter, wenn sie 140 qualvolle Minuten lang von Julia Roberts verkörpert wird.

“Eat“, das erste Drittel des Filmes, ist durch das recht schwungvoll eingefangene italienische Flair und allerlei nette Nebendarsteller noch halbwegs amüsant und kurzweilig, ja macht sogar Appetit auf mehrere Teller Pasta (ich unterbreche mal kurz um mir Spaghetti zu kochen). Auch das Plädoyer an Frauen sich kalorienmäßig einfach mal gehen zu lassen und eine etwas weniger enge Hose zu kaufen, ist nicht unsympathisch. Doch das war es dann auch schon.

Wenn es dann nach Indien in einen Ashram geht, verwandelt der Film sich in einen Werbefilm für Selbstfindungsurlaub in Indien. Auch der begnadete Nebendarsteller Richard Jenkins ("Ein Sommer in New York") als kerniger texanischer Sinnsucher reißt nichts mehr raus. Besonders anstrengend wird dieser “Pray“-Mittelteil noch dadurch, dass die Zeit dahin schleicht und dem Zuschauer klar wird, dass auch noch das dicke Ende “Love“ abgesessen werden muss. Im letzten Drittel hat eigentlich nur Javier Bardem Spaß, denn dieser beweist hier, dass er nicht nur Machos mit tödlichen Luftdruckschleuchen sondern auch weinerliche Männer verkörpern kann, die Musikkassetten mit ihren Lieblingssongs zusammenstellen. Herzlichen Glückwunsch!

Wie dem auch sei, garantiert werden mehrere Millionen (meist weiblicher) Besucher in “Eat Pray Love“ strömen und direkt im Anschluss Kombireisen nach Italien, Indien und Bali buchen.

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