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Epische Kino-Melodramen wie “Vom
Winde verweht“ oder “Dr. Schiwago“ standen eindeutig
Pate bei Baz Luhrmanns lang erwarteter Rückkehr (sieben Jahre
zuvor drehte er “Moulin Rouge“) auf die große Kinoleinwand.
Doch leider hat er sein Nationalepos “Australia“ fast
ausschließlich auf die beiden Hauptdarsteller Nicole Kidman
und Hugh Jackman zugeschnitten, alle anderen Darsteller sind wenig
mehr als biertrinkende Statisten.
Der Film setzt weitestgehend auf Realismus und imposante Aufnahmen
von Naturkulissen, durch die Touristen nach Australien gelockt
werden sollen. Luhrmann gelingt es dennoch auch diesmal wieder
Gesang und Tanz in die Handlung zu schmuggeln. So intoniert Frau
Kidmann zum Troste eines kleinen Aborigine-Jungen ziemlich schräg
“Somewhere over the Rainbow“ und der ansonsten im Film
eher das legere Raubbein gebende Jackman taucht plötzlich
frisch rasiert und im schmucken Anzug zum großen Ball auf.
Luhrmann versucht mit “Australia“ fast die gesamte jüngere
Geschichte seiner Heimat aufzuarbeiten. Dabei glorifiziert er
nicht nur die trinkfesten Naturburschen, sondern erzählt
auch von jenen seinerzeit aus ihren Familien verschleppten Aborigines.
Die Geschichte von der steifen britischen Lady hingegen, die es
nach Australien verschlägt und die langsam aber sicher dem
rauen Naturburschen verfällt, ist zwar nicht eben neu, gibt
den beiden Hauptdarstellern aber Gelegenheit zu allerlei charmanten
Mätzchen.
Nach drei Stunden mag sich der Zuschauer langsam nach einem Ende
des Filmes sehnen, während Luhrmann ein spektakuläres
Finale ans nächste kleistert. Doch ein derart bombastisches
Filmepos, das stilsicher Kitsch, Humor, Pathos, Action, Romantik
und großartige Bilder zu einem Gesamtkunstwerk vermengt,
gab es im Kino schon lange nicht mehr zu sehen.
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