|
Die
Serie:
Die Frage ob das eigentlich noch Comedy ist, drängt sich bei der
fünften Staffel von “Stromberg“
immer wieder auf. Der Büroalltag bei der Capitol Versicherung
wird in aller Härte im Stile einer Dokumentation geschildert und
immer wieder von Interviews unterbrochen in denen sich die Hauptfiguren
um Kopf und Kragen reden.
Tanja Steinke, geborene Seifert, möchte unbedingt schwanger
werden, doch das geht nicht, da die Zeugungsfähigkeit von
Ulf Steinke, der es nicht so eilig mit der Vaterschaft hat, arg
eingeschränkt ist. Jennifer Schirrmann hingegen ist ohnehin
schon alleinerziehende Mutter und alles andere als erfreut als
sie erneut Mutter wird. Berthold Heisterkamp alias Ernie ist aus
purer Verzweiflung plötzlich religiös geworden und bringt
sich etwas zu stark bei der Sexualaufklärung einer kirchlichen
Jugendgruppe ein.
Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, spinnt auch noch
Bernd Stromberg permanent seine Intrigen. Der Aufstieg zum Bereichsleiter
Schadensregulierung rückt in greifbare Nähe, doch Stromberg
stolpert immer wieder über die eigenen Fallstricke, kommt gelegentlich
aber auch mit den dämlichsten Tricks ans Ziel.
Christoph Maria Herbst spielt dieses eigentliche Totalarschloch
von einem Chef so lebensnah, dass der Zuschauer immer sich immer
wieder selbst erschrickt, wenn er feststellen muss, dass er bei
Strombergs finsteren Machenschaften mitfiebert und nur selten
auf der Seite seiner Opfer steht. Ein Gutes hat diese ganz schön
finstere fünfte Staffel jedoch, denn nach der Sichtung (was garantiert
in Windeseile geschehen ist) freut sich jeder, dass es bei ihm
doch nicht ganz so schlimm zugeht wie in der Capitol.
|