Der
Film:
Rumänien 1953: In einem kleinen Dorf steht ein junges Paar kurz vor seiner Hochzeit. Die Gäste treffen nach und nach ein, das Bankett ist vorbereitet und alle freuen sich auf die Zeremonie. Doch plötzlich trifft eine sowjetische Militärdelegation im Dorf ein: Stalin ist tot, es herrscht eine einwöchige Staatstrauer und sämtliche Feierlichkeiten müssen sofort unterbunden werden. Doch das Dorf sträubt sich: gegen alle Widerstände wird gefeiert und zwar stumm! Gar nicht so einfach, wenn der Alkohol fließt.
Während
der Trailer den Film als deftige Dorf-Komödie vermarktet, ist “Stille
Hochzeit“ in Wirklichkeit eher ein Film, dessen Stimmung sehr
schnell umschlägt. Wenn zu Beginn in düsteren Farben gezeigt wird,
wie ein Filmteam aufbricht um übersinnliche Momente einzufangen,
lässt dies eher an einen Horrorfilm denken, zumal US-Produzenten
tatsächlich recht gerne billige Grusler in Rumänien drehen.
Doch dann ist zu erfahren ist, dass die triste zerfallene Industrieanlage, innerhalb derer sich das Filmteam gerade befindet, einst ein äußerst lebendiges Dorf war. Eine in farbenfrohen Bildern eingefangene Rückblende schildert dann jene Hochzeit, die ganz leise gefeiert wurde, was ein ziemlich komischer Moment ist. Doch wenn sich danach wieder Tragik breit macht ist dies längst nicht der erste (oder letzte) Stimmungswechsel dieses ungewöhnlichen Filmes, der bildgewaltig dem Verschwinden lebensfroher Ländlichkeit nachtrauert.
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