Die
Filme:
Nachdem
Götz George 1981 in der “Tatort“-Folge “Duisburg
Ruhrpott“ erstmals als Kommissar Horst Schimanski auftrat,
entwickelte die Figur schnell Kultpotential. Der raue aber herzliche
Bursche trug gerne Parka trug, präsentierte aber genauso gerne
seinen wohlgeformten Oberkörper. Geistig war er eher schlicht,
aber dafür ermittelte er immer mit vollem Einsatz. Dass er
auch gerne einmal herzhaft fluchte, sorgte damals für Stirnrunzeln
bei so manchen Pressevertretern. Doch Schimanski sowie sein etwas
schöngeistigerer Nadelstreifen-Kollege Thanner (ideal besetzt
mit Eberhard Feik) waren ein echtes Dreamteam und begeisterten auch
junge Zuschauer für die ansonsten eher drögen Sonntagskrimis
der ARD.
Da war es kein allzu großes Risiko als Schimanski 1985 erstmals
auch die große Leinwand betrat. “Zahn um Zahn“
ist zugleich der 200. “Tatort“ und wurde von Hajo Gies inszeniert,
der bereits “Duisburg Ruhrpott“ drehte und maßgeblich an
der Entwicklung der Figur beteiligt war.
Die
Geschichte um Bauspekulanten und Fremdenlegionäre war etwas größer
angelegt als die sehr viel günstiger produzierten TV-Episoden.
Schimanski auf eigene Faust durchgeführten Ermittlungen führen ihn
diesmal bis nach Marseille. Der spätere “Tatort“-Kommissar
Charles Brauer überzeugte als eleganter Schurken, die aparte Renan
Demirkan sorgte für etwas Sexappeal und Klaus Lages simpler Titelsong
“Faust auf Faust“ war ein echter Ohrwurm. Da der Film trotz
seiner aufwändigeren Machart auch über den rauen Charme der TV-Episoden
verfügte, wurde “Zahn um Zahn“ zu einem Kinoerfolg.
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Zwei
Jahre später folgte mit "Zabou"
Schimis zweiter Leinwandausflug und diesmal taten die Macher des
Guten zuviel. Die Optik war auf Hochglanz poliert, Schimanskis ansonsten
eher verknitterter Parka schien meist frisch gebügelt aus der
Wäscherei zu kommen und den von Klaus Lage geschriebenen Titelsong
interpretierte diesmal der Weltstar Joe Cocker. Inmitten von allerlei
optischen Schnickschnack geriet die Geschichte um Schimanskis auf
Abwege geratene Lebensabschnitts-Tochter (nicht wirklich überzeugend:
Claudia Messner) eher konstruiert und banal.
Nachdem
zuvor schon eine Box mit den ab 1987 außerhalb der “Tatort“-Reihe
entstandenen “Schimanski“-TV-Folgen erschienen war, liegen
nun endlich auch die beiden Kinofilme in guter Bildqualität
auf DVD vor. Schön wäre noch eine Edition mit den “Tatort“-Folgen,
die kurioserweise in Holland bereits teilweise auf DVD erschienen
sind.
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