Der
Film:
Harry Brown ist Witwer und lebt in einem heruntergekommenen Vorort
im Süden von London. Nachdem sein einziger Freund von jugendlichen
Kriminellen brutal erschlagen wird, ist ihm nichts geblieben. Statt
resigniert sein stilles Rentnerdasein weiter zu führen, packt der
ehemalige Royal Marine noch einmal die Knarre aus und lehrt den gewalttätigen
Abschaum in seinem Viertel gründlich das Fürchten...
“Die
britische Antwort auf Gran
Torino" (wie auf dem Cover zu lesen) ist “Harry Brown“
ganz gewiss nicht, denn im Gegensatz zu Clint Eastwoods Alterswerk
(mit seinem wohl letzten Auftritt als Darsteller) werden Waffen
hier nicht als Problem dargestellt sondern eher als die Lösung gefeiert.
“Harry Brown“ steht somit eher in der Tradition von reaktionären
Rachethrillern wie “Ein Mann sieht rot“ und lässt am Ende
die sympathisch von Emily Mortimer dargestellte Polizistin an ihrer
Liberalität zweifeln.
Ohne
Michael Caine in der Titelrolle hätte “Harry Brown“ ein
gefährlich dummer Film werden können. Doch seine sehr leise Darstellung
eines eigentlich in sich ruhenden Exsoldaten, der nicht mehr länger
zusehen mag wie seine Nachbarschaft vor die Hunde geht, ist genauso
glaubwürdig wie (zumindest am Anfang des Filmes) die Beschreibung
einer bedrohlichen Umgebung und einer überforderten Polizei. Wenn
zum Ende hin doch noch ein Hauptschuldiger für die Zustände enttarnt
wird, macht es sich der Film etwas leicht. Doch auf alle Fälle ist
es gut Michael Caine einmal wieder in einer Hauptrolle zu sehen!
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