Der Film:
Der als Schauspielerin tätigen Tochter wird ohne sie zu fragen von einer Filmproduktionsfirma einfach ein anderer Nachname verpasst. Die Enkelinen werden immer wieder gefragt, ob sie wissen, dass ihre Oma Kristina Söderbaum einst den neckischen Spitznamen “Reichswasserleiche“ trug. Der Sohn hingegen wird hingegen von der Familie ausgegrenzt, weil er seinen Vater immer wieder öffentlich kritisierte. Es ist nicht leicht den Nachnamen Harlan zu tragen.
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Der
Regisseur Veit Harlan bekam 1940 – angeblich gegen seinem Willen
- von Joseph Goebbels den Auftrag den Propagandafilm “Jud Süß“
zu drehen. Der Reichspropagandaminister war mit dem Ergebnis sehr
zufrieden: “Ein antisemitischer Film. wie wir ihn uns nur wünschen
können. Ich freue mich drüber.“ Im Gegensatz zu anderen Nazipropaganda-Filmen
erreichte “Jud Süß“ aber auch ein sehr großes Kinopublikum.
Nach dem Krieg stand Veit Harlan immer wieder vor Gericht. Ihm wurde
weniger vorgeworfen für die Nazis gearbeitet zu haben, sondern vielmehr,
dass er dies anscheinend mit großem cineastischen Geschick und viel
Spaß an der Arbeit getan hatte.
Mit
Veit Harlans “Jud Süß“ wurden natürlich auch die Nachkommen
des Regisseurs immer wieder konfrontiert. Felix Moellers Dokumentarfilm
porträtiert nicht nur den umstrittenen Filmemacher, der in der Nachkriegszeit
mit dem Film “Anders als Du und ich“ anstelle von Juden
Homosexuelle dämonisierte. Ebenso stark interessiert ist der Filmemacher
an Harlans Nachkommen, darunter Christiane Kubrick, die Witwe des
berühmten Filmemachers. Moeller versucht herauszufinden, wie sie
mit ihrem problematischen Ahnen umgehen. Die Mischung aus Rückblick
und gegenwärtiger Bestandsaufnahme macht “Harlan“ zu einer
ebenso spannenden wie anregenden Angelegenheit.
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