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Der
Film:
Hans Söllner ("Owei-I")
hören, wenn er singt, ist eine Sache. Ihn zu sehen und einfach
reden zu hören, ist eine andere. Man wirft Hans Söllner vor, seine
Auftritte seien skandalös und beleidigend. Man hat ihn als einzigen
Deutschen zu einer aberwitzig hohen Geldstrafe (75.000 DM) wegen
Beleidigung verurteilt. Man spielt seine Musik nicht im Radio.
Trotzdem gibt der Mann nicht auf.
Wenn man Andi Stiglmayers Dokumentarfilm aus dem Jahr 2003 ansieht
und dem Söllner Hans zuhört, ihm die Gelegenheit gibt, sich zu den
Vorwürfen gegen ihn zu stellen, dann kann man - ob nun im Guten oder im
Bösen - nicht anders, als ihm Respekt zu zollen. Denn egal, ob man nun auf
seiner Seite steht oder nicht, einen Mann, der weiß, was er tut, und worauf
er sich einlässt, muss man ernstnehmen.
Hans Söllner der Mensch macht einen weit weniger aggressiven Eindruck als Hans
Söllner der Musiker. Was klar ist, wenn man das Wesen der WAHREN bayrischen
Volksmusik kennt, und begreift, dass sie ein scharfes Messer ist, das uns
den Schleier vor unseren Augen zerschneiden soll. Dass es hier nicht ums
"Querulieren" geht, sondern um den - manchmal möchte man meinen
verzweifelten - Versuch, andere sehen zu lassen, ihre verhärteten Standpunkte
für einen Moment verlassen zu machen, mag mancher nicht begreifen - bis er
den Film gesehen hat.
Andi Stiglmayer begleitet Hans Söllner durch sein Leben und seine Arbeit, interviewt
Freunde, Fremde und natürlich den Künstler selbst, bis zu dem Tag, an dem
sich Hans Söllner selbst bei der Polizei wegen Drogenbesitzes anzeigte. Man
sollte meinen, die Tage, in denen man sich selbst ans Kreuz schlagen lassen
musste, um seine Botschaft in die Welt hinauszutragen, seien seit etwa zwei
Jahrtausenden vorbei. Hans Söllners Weg ist ein einsamer, der Weg eines Kriegers.
Wenn man mit ansieht, wie er die Zeugen bei seiner Selbstanzeige davon
abhält, es ihm gleichzutun, begreift man, dass es dem Mann nicht darum geht,
einfach nur Ärger zu machen. Ganz im Gegenteil. "Der bayerische Rebell"
ist ein lebendiges Zeugnis eines Mannes, der seinen Weg geht, einfach, weil
dieser Weg nun einmal vor ihm liegt. Unbeeindruckt von Hindernissen, und
ohne andere mit auf seinen Weg ziehen zu wollen. Ein ergreifender Film um
eine Persönlichkeit, vor der ich persönlich den größten Respekt hege.
Samar Ertsey
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Mankos:
Ein paar mehr Extras, z.B. ein paar Lieder als Zugabe, oder ein kurzes
Update darüber, was aus der Selbstanzeige wurde, in den eineinhalb
Jahren seit Drehschluss, wären schön. Nicht unbedingt nötig, aber
schön. Die 16 Minuten zusätzliche Interviews sind nett, aber nicht
weltbewegend anders als der Film.
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