Fellinis persönlicher Alptraum

 

 

Filmtitel:

Stadt der Frauen

Originaltitel: Città della donne

Land, Jahr:

Italien / Frankreich 1980

Regie:

Federico Fellini

Buch:

Federico Fellini, Bernardino Zapponi

Produzent:

Gaumond

Musik:

Luis Bacalov

Darsteller:

Marcello Mastroianni, Anna Prucnal, Ettore Manni, Donatella Damiani

Website:

www.kinowelt.de



Der Film:

 

    

 


Snàporaz (Marcello Mastroianni) ein gutausehender Mann um die Fünfzig lernt auf einer Bahnreise eine unbekannte Schöne kennen. Er verlässt den sicheren Zug und folgt der Unbekannten. Damit beginnt für Snàporaz eine Odyssee durch die Welt der Weiblichkeit.

Ursprünglich war "Stadt der Frauen" bereits 1969 als Episodenfilm zusammen mit Ingmar Bergmann geplant. Dieser Film kam zwar nie zustande, aber Fellini entwickelte die Idee gemeinsam mit Zapponi weiter. 1979 wurde "Città della donne" mit gesamt rund 7 Millionen
Euro Produktionskosten realisiert. Einen derartigen Aufwand konnte sich mitten in der Krise der italienischen Filmwirtschaft nur Fellini leisten. Fellini hat "Stadt der Frauen" als seinen ganz persönlichen Alptraum bezeichnet, und das trifft in vielerlei Hinsicht zu. Im Frühjahr 1979 starb Nino Rota, Fellinis Freund und Komponist seiner Filmmusiken. Rotas Musikstücke waren die singende Seele der Fellini-Filme. Es verwundert nicht, dass Fellini auch nach Rotas Tod seine Kompositionen weiter verwendete. Nach nur drei Monaten kam es zum Abbruch der Dreharbeiten, da einer der Hauptdarsteller Ettore Manni Selbsmord begangen hatte. Erst nach umfangreicher Umplanung und mit zweimonatiger Verzögerung konnte weitergedreht werden.

 

 

    

 


Ein weiteres Problem hatte Fellini selbst verschuldet - seine Affäre mit der Hauptdarstellerin Donatella Damiani. In gewisser Weise allerdings nur eine logische Fortsetzung der Filmhandlung, in der sich Fellinis Alter Ego Marcello Snaporaz als ewig lüsterner, aber von der Angst vor Frauen gebeutelter Macho durch die Frauenwelt bewegt. Dabei ständig begleitet und beschützt durch die üppige Donatella, Fellinis Sinnbild (und Zerrbild) der Frau als Mutter und Hure. Als der Film Mitte Mai 1980 zu den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt wurde, kam es zu Protesten der Feministinnen. Sie warfen Fellini (wie immer) Frauenfeindlichkeit vor. In Wirklichkeit ging es Fellini aber eigentlich nicht um die Frauen, sondern um das Verhältnis des Mannes, seinem Verhältnis zu Frauen. Fellini hatte in seinem Casanova-Film 1976 bereits den Mythos des dieses männlichen Liebhabers demontiert - in "Stadt der Frauen" zerlegt er endgültig die viel zitierte männliche Überlegenheit.

 

G.N.




Die DVD:

Anbieter:

Kinowelt

Länge:

134 min

Format:

16 : 9, anamorph

Sprachen und Ton:

Deutsch und Italienisch (Dolby 2.0)

Untertitel:

Deutsch

Ländercode:

2

Extras:

  • 3 Texttafeln mit Starinfos zu Marcello Mastroianni

  • Trailer zu “Pret-A-Porter“, "Paris, Texas", "Bitter Moon" und “Die Zwillinge


Mankos:

-

Fazit:
Ein sehr persönlicher Film von Fellini auf einer spärlich ausgestatteten DVD.

 

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