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Der
Film:
Snàporaz (Marcello Mastroianni)
ein gutausehender Mann um die Fünfzig lernt auf einer Bahnreise
eine unbekannte Schöne kennen. Er verlässt den sicheren
Zug und folgt der Unbekannten. Damit beginnt für Snàporaz
eine Odyssee durch die Welt der Weiblichkeit.
Ursprünglich war "Stadt der Frauen"
bereits 1969 als Episodenfilm zusammen mit Ingmar Bergmann geplant.
Dieser Film kam zwar nie zustande, aber Fellini entwickelte die
Idee gemeinsam mit Zapponi weiter. 1979 wurde "Città
della donne" mit gesamt rund 7 Millionen
Euro Produktionskosten realisiert. Einen derartigen Aufwand konnte
sich mitten in der Krise der italienischen Filmwirtschaft nur
Fellini leisten. Fellini hat "Stadt der Frauen" als
seinen ganz persönlichen Alptraum bezeichnet, und das trifft
in vielerlei Hinsicht zu. Im Frühjahr 1979 starb Nino Rota,
Fellinis Freund und Komponist seiner Filmmusiken. Rotas Musikstücke
waren die singende Seele der Fellini-Filme. Es verwundert nicht,
dass Fellini auch nach Rotas Tod seine Kompositionen weiter verwendete.
Nach nur drei Monaten kam es zum Abbruch der Dreharbeiten, da
einer der Hauptdarsteller Ettore Manni Selbsmord begangen hatte.
Erst nach umfangreicher Umplanung und mit zweimonatiger Verzögerung
konnte weitergedreht werden.
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Ein weiteres Problem hatte Fellini selbst verschuldet
- seine Affäre mit der Hauptdarstellerin Donatella Damiani. In
gewisser Weise allerdings nur eine logische Fortsetzung der Filmhandlung,
in der sich Fellinis Alter Ego Marcello Snaporaz als ewig lüsterner,
aber von der Angst vor Frauen gebeutelter Macho durch die Frauenwelt
bewegt. Dabei ständig begleitet und beschützt durch die üppige
Donatella, Fellinis Sinnbild (und Zerrbild) der Frau als Mutter
und Hure. Als der Film Mitte Mai 1980 zu den Filmfestspielen in
Cannes uraufgeführt wurde, kam es zu Protesten der Feministinnen.
Sie warfen Fellini (wie immer) Frauenfeindlichkeit vor. In Wirklichkeit
ging es Fellini aber eigentlich nicht um die Frauen, sondern um
das Verhältnis des Mannes, seinem Verhältnis zu Frauen. Fellini
hatte in seinem Casanova-Film 1976 bereits den Mythos des dieses
männlichen Liebhabers demontiert - in "Stadt der Frauen" zerlegt
er endgültig die viel zitierte männliche Überlegenheit.
G.N.
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