Der
Film:
Nach einer Vorlage von John Steinbeck inszenierte Hitchcock 1943 mit
“Lifeboat“ einen seiner experimentellsten und politischsten Filme.
Erzählt wird von einer bunt zusammen gewürfelten Rettungsbootsgemeinschaft,
die so ziemlich alle Klassen der US-Gesellschaft repräsentiert aber
über nicht allzu viel nautische Fähigkeiten verfügt. Doch dann kommt
ein deutscher Schiffsbrüchiger an Bord, der von jenem U-Boot stammt,
das zuvor das Schiff der Überlebenden versenkte. Wie weit ist diesem
tüchtigen Seemann zu trauen?
In
Deutschland war “Das Rettungsboot“ bisher eher selten zu sehen und
wer sich die deutsche Synchronisation ansieht, wird auch wissen
warum. Die aus den USA stammenden Schiffsbrüchigen sprechen
hier deutsch und der deutsche Seemann redet (zunächst) nur
niederländisch (was kurz damit erklärt wird, dass er ein
“holländischer Kriegsfreiwilliger“ wäre). 100 % funktioniert
der Film nur in der zum Glück auch auf der DVD enthaltenen
Originalfassung.
Hitchcock
gelang ein unglaublich spannender Film, obwohl die Kamera so gut
wie nie das Rettungsboot verließ. Unverständlicherweise
floppte der Film, möglicherweise weil einige Kritiker Hitchcock
vorwarfen, er hätte den Nazi als zu überlegen dargestellt.
Dies veranlasste die Produktionsfirma dazu den Film mit relativ
wenig Werbeaufwand zu starten. Doch wer sich auf “Lifeboat“ einlässt,
wird auch heute noch von dem Seedrama (das sich nicht vor Camerons
“Titanic“ verstecken braucht) gefesselt sein.
|