Der
Film:
Zwei Brüder aus der Working-Class Londons: Der Automechaniker
Terry (Colin Farrell)
liebt das Pokerspiel, Hundewetten und Whiskey. Sein Bruder Ian (Ewan
McGregor)
hilft im Familienrestaurant aus, träumt aber von großen
Immobiliengeschäften im sonnigen Kalifornien. Als Terry bei skrupellosen
Kredithaien in der Kreide steht, wenden sich die verzweifelten Brüder
an ihren reichen Onkel Howard (Tom
Wilkinson).
Der ist nur bereit, seinen Neffen aus der finanziellen Klemme zu helfen,
wenn sie ihm im Gegenzug auch einen Gefallen tun...
Während Woody Allens Filme der
letzten Jahre meist locker – fast im “Dogma“-Stil – in Szene gesetzt
wurden, legt er in seinem nach “Match
Point“ und “Scoop“
dritten englischen Film ungewöhnlich viel Wert auf formale
Aspekte. Der versierte Spielberg-Kameramann Vilmos Zsigmond ("Unheimliche
Begegnung der dritten Art") sorgt für einen glatten
Hollywood-Look und anstatt einem Sammelsurium von handverlesenen
Musikstücken gibt es diesmal auf dem Soundtrack eher konventionelle
Klänge vom einst sehr experimentierfreudigen Komponisten Philip
Glass.
Doch auch in diesem etwas glatten
Stil kann “Cassandra's Traum“ voll überzeugen. Fest
verankert in der Realität konstruiert Woody Allen tragische
Verwicklungen wie in einem griechischen Drama und lässt die
beiden Hauptdarsteller in für sie ungewöhnlichen Rollen
brillieren. Während Colin Farrell einmal nicht den gewaltbereiten
Berserker geben muss, überzeugt Ewan McGregor als aalglatter
und skrupelloser Karrierist. Zum vollkommenen Glück hätte
nur noch Allens Stammschauspieler Scarlett Johansson gefehlt, die
im nächsten Werk "Vicky
Cristina Barcelona“ wieder dabei ist und für die Hayley
Atwell leider kein vollwertiger Ersatz ist.
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