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Angenommen Van Gogh wäre ein lausiger Zeichner gewesen und kein Mensch
würde ihn heute kennen, wenn er nicht in Arles auf den Kater Vincent
getroffen wäre. Nachdem Van Gogh diesen Streuner vor der Attacke
von einigen wütenden Katzendamen gerettet hat, dank es ihm das
ebenfalls rotbehaarte Katzenvieh und malt ihm einige unsterbliche
Gemälde. Dies hat Tradition in Vincents Familie. Sein Urgroßvater
malte für Rembrandt die Nachtwache und sein Großvater war für
Delacroix tätig.
Gradimir Smudja
hat eine wirklich gute Idee gehabt und sein in Farben schwelgender
Zeichen- bzw. Malstil trifft auch genau den richtigen impressionistischen
Ton um Van Goghs Leben in Arles optimal wiederzugeben. Das alleine
reicht jedoch nicht um aus "Vincent & Van Gogh"
einen wirklich guten Comic zu machen. Smudja reiht meist nur Bild
um Bild aneinander. Er präsentiert zahlreiche mehr oder weniger
gelungene Ideen rund um das Leben Van Goghs. Eine richtig runde
Geschichte gelang ihm aber nicht, sondern eher eine Ansammlung
von Impressionisten-Cartoons.
Daher macht
das Blättern in diesem Buch sehr viel mehr Spaß als die Komplettlektüre.
Smudja gelangen einige wirklich hübsche Einzelmomente. Etwa, wenn
Van Gogh Besuch von Gauguin bekommt. Dieser hat nicht nur zwei
hübsche Südsee-Insulanerinnen dabei, sondern auch den Papagei
Paul, der ihm seine Bilder malt. Das rasche brutale Schicksal,
dass Smudja für dies Federvieh parat hat, ist dann wieder eine
von seinen schwächeren Ideen. Insgesamt ein optisch unglaublich
schönes Album, das inhaltlich, sagen wir mal, anregend durchwachsen
ist.
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Entsprechend niedrig sind dann auch die Erwartungen bei einem
weiteren Comic von Smudja, den er ganz schlicht “Toulouse-Lautrec
im Moulin Rouge“ nennt. Der Name ist dann auch schon das Programm
und inhaltlich bietet das Buch nicht mehr (aber auch nicht weniger)
als einen Streifzug mit dem kleinwüchsigen Maler durch das Paris
des Jahres 1889. Dabei trifft er natürlich wieder die üblichen
Verdächtigen (Aristide Bruant, Jane Avril, Dreyfus, Gustave Eiffel,
Rodin, Degas, Renoir, Monet, Gaugin, Oscar wilde und natürlich
wieder Van Gogh). Wer sich damit abgefunden hat, dass Smudja mit
seinen Comics nichts erzählen möchte sondern einfach nur impressionistische
Stimmung verbreiten will kann mit diesem Werk und der Fortsetzung
“Toulouse-Lautrec und die Frauen“ ganz sicher seinen Spaß haben.
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