Wenn der seit Jahrzehnten mit den "Gespenstergeschichten" am Kiosk erfolgreiche Bastei Verlag eine Serie um eine gewisse "Vampira" startet, denkt jeder sofort, aha ein "Vampirella"-Plagiat. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, zumal der Comic auf einer Heftchenserie beruht, die es schon auf 110 Ausgaben gebracht hat. Deren Autor Manfred Weinland war anscheinend stärker noch von "Witchblade" als von "Vampirella" beeindruckt, denn die Vampire jagende Vampirin (siehe hierzu auch "Blade" und "Buffy" bzw. "Angel") namens Lilith Eden verfügt über einen "Symbionten, den sie wie ein schwarzes Catsuit auf ihrer Haut trägt und der auf ihre Gedanken reagiert."
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Doch
damit nicht genug, denn die schwarzhaarige Vampira hat in der blonden
Journalistin Beth MacKinsey auch noch eine Freundin, die folgenden
Schlusssatz zum Besten gibt: "Hände weg von den Kerlen! Heute
Nacht gehörst du mir allein!" Ganz offensichtlich hat Manfred
Weinland auch noch großes Vergnügen an der Beziehung zwischen der
TV-Amazone "Xena" und ihrer Freundin Gabrielle und lässt
seine Figuren in dieser Richtung noch um einiges eindeutiger agieren.
Ansonsten sind die Zeichnungen
des Kroaten Berhard Kolle, der auch schon für "Dark Horse"
arbeitete, recht solide ausgeführt, auch wenn sie in einem Comicheft
deutlich besser als in einem Album auf Hochglanzpapier wirken würden.
Die Story wurde zwei Heftromanen entnommen und ist von Bernd Frenz
(u. a. Mitarbeiter bei "Hit Comics" und "Zack")
nicht immer nachvollziehbar als Comicgeschichte adaptiert worden.
Die zahlreichen eindeutigen Sex- und Gewaltszenen lassen nicht vermuten,
dass "Vampira" in dieser Form einmal die "Gespenstergeschichten"
ablösen wird. Wer jedoch Freude an weiblichen Vampiren hat, sollte
ruhig einmal einen Blick in dieses Album werfen.
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