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Mit
freundlicher Genehmigung von Gerhard Förster veröffentlichen wir
hier Auszüge aus einem Artikel aus der aktuellen “Sprechblase“
# 214 in dem Peter Wiechmann die Entstehung seiner im Dreißigjährigen
Krieg (1618 – 1648) spielenden Serie “Thomas der Trommler“
schildert.
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Farbig in YPS
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"Lag
auf der Trommel nackt ...
kaum
zwei Spannen lang.
Und
der raue Trommelklang
war
mein Nachtgesang!“
Dieses
Lied des Trommlerjungen aus dem Tross des Heeres erzählt von der
kurzen, harten Zeit, die andere Kindheit oder Jugend nennen. Aber
in den Wirren des ’Teutschen Krieges’ wird man schnell
Mann und noch schneller alt. Nicht unbedingt an Jahren...
Fünf
neue Serien darf ich 1978 für das YPS-Magazin (Gruner
& Jahr) entwickeln und produzieren. Es entstehen zwischen
München und Barcelona die Serien “Bens Bande“, “Mister
Melone“, “Gries, Gram & Grimm“, “Hombre“
und eben “Thomas der Trommler“. Ich siedele die geschichtsorientierten
Geschehnisse in weitem Raum um und in meiner Heimatstadt Eschwege
an. Allein für den Background der Handlung recherchiere ich
ein gutes Vierteljahr und sammele für die beiden Zeichner
Josep Gual und Juan Sarompas stapelweise Dokumentation: Bilder
der Waffen, der Ausrüstungen, der Feldlager, der Scharmützel
und Schlachten, der Sitten und Gebräuche, der lodernden Städte,
der Folter, der grausamen Strafen.
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Schwarzweiß bei CROSS CULT |
Die
in Bild und Wort erzählten Abenteuer des Trommlerjungen Thomas
sind Fiktion, aber diese Nachempfindung der einstigen Wirklichkeit
soll eng am Geschichtlichen entlang führen.
Die
Auseinandersetzung des Feldherrn Tilly auf der katholischen und
dem “Braunschweiger“ auf der protestantischen Seite entsprechen
deshalb den überlieferten Gegebenheiten. So ziemlich alle der
in meiner Serie nacherzählten großen und kleinen Dramen vom Hauen
und Stechen, von Mord, Vergewaltigung Verrat, Treue, Mut, Feigheit,
List oder Kriegskunst haben sich so oder ähnlich während dreißig
langer Kriegsjahre abgespielt – inszeniert auf dem großen Schlachtfeld
des angeblichen Glaubenskrieges, in dem es in Wirklichkeit um
Macht und Vorherrschaft ging, wie in jedem Krieg davor oder danach
auch.
Die
Serie läuft in YPS an. Ich bin mit der Farbgebung
wenig einverstanden. Zu flächig, zu fleckig. Aber die Produktion
von fünf Serien hält mich derart in Atem, dass meine
Colorit-Kritik versandet und ich selbst während der Hochzeitsreise
die Reiseschreibmaschine klappern lassen muss. Und der Honeymoon
wird natürlich zweckmäßig unter spanischer Sonne
verbracht – weil ich da den Zeichnern nahe bin und das Geschehen
vor Ort in Barcelona kontrollieren, beeinflussen kann.
Eine
aufregende und sehr produktive Zeit. Und das Echo auf die Serien
in den Briefen der YPS-Leser spornt an. 1981 ziehe ich
dann samt meiner Familie mit Sack und Pack nach Spanien. Die Serien
lau-fen eine nach der anderen aus – eine neue Ära beginnt.
Fast
drei Jahrzehnte später hat Andreas Mergenthaler “Thomas der
Trommler“ (und demnächst auch “Hombre“) für sich
und seinen Cross Cult-Verlag entdeckt. Er bescheinigt den beiden
Comic-Klassikern Zeitlosigkeit und will den Lesern von einst -
wie auch denen von heute - insgesamt drei Comic-Bände aus deutschen
Landen frisch auf die Theken der Buchhandlungen legen. Womit sich
dann der Kreis wieder geschlossen hätte!
Der
Großband “Thomas der Trommler“ bringt sämtliche Episoden
der ursprünglichen Fortsetzungsserie in neuer – also in der chronologischen
- Reihenfolge mit gänzlich überarbeiteten Dialogtexten. Ergänzt
werden die Abenteuer durch reich bebilderte redaktionelle Kapitel,
die das Geschehen untermauern.
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