Ty Duffy ist
Reporter beim Daily Planet. Zur Zeit arbeitet er an einer Story über ein
Zugunglück. Auf Wunsch von Perry White soll er zum zehnten Jahrestag von
Supermans Tod eine Geschichte zu den damaligen Ereignissen schreiben. Auf
Vermittlung von Clark Kent (Superman) trifft er sich mit Blue Beetle und Booster
Gold, die damals in der Justice League waren und die Ereignisse als Betroffene
miterlebt hatten. Ein weiteres Treffen mit Jimmy Olsen und einem Polizisten, der
damals bei Doomsdays Marsch durch Amerika schwer verletzt wurde und seitdem im
Rollstuhl sitzt, lenkt den Blick von Ty auf die unschuldig Betroffenen dieses
wahnsinnigen Massakers. Doomsday wütete in Metropolis mit unvorstellbarer
Grausamkeit und hinterließ nur Tod und Zerstörung.
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Noch mehrere Unfälle und Katastrophen
erschüttern währenddessen Amerika und Superman entdeckt, dass all
diese auf einer Linie liegen: Dem Weg, den Doomsday vor zehn Jahren
genommen hatte bei seinem Marsch auf Metropolis. Es kommt zum Treffen
zwischen Ty und Superman, bei dem dieser Superman vorwirft, auch
Schuld zu haben, an dem Tod und dem Leid der vielen Unschuldigen.
Er fragt, warum man die Toten der damaligen Zeit vergisst, aber
den Todestag eines einzelnen Mannes ehrt, der nicht einmal gestorben
ist? Ein nicht ganz gewöhnlicher Ansatz, Ethik und kritische Fragen
in Superheldencomics anzureißen. Ein Wesen erscheint - es nennt
sich selbst Remnant - nimmt Ty gefangen und plant, den Daily Planet
zu zerstören, um zu zeigen, dass Supermans Anwesenheit nicht nur
Vorteile hat. Er ist auch der Urheber all dieser Anschläge.
Was man der Geschichte stark anmerkt, sind die Parallelen zu den
Ereignissen vom 11. September in New York. Supermans Tod wird unterschwellig
mit dieser Katastrophe, die alles Bekannte an schrecklichen Ereignissen
auf amerikanischen Boden in den Schatten stellte, verglichen. "Der
Aufschlag war ohrenbetäubend. Es war, als wäre eine Bombe detoniert....
und seither sehe ich diese Sekunden immer wieder vor mir ablaufen."
Ein Ereignis traumatisiert die Menschen - das Unfassbare kann nicht
verstanden und überwunden werden. Die Stärke Superman und die Stärke
Amerikas hat für die Menschen in diesem Lande auch negative Konsequenzen.
Wer trägt die Schuld? Der Autor Dan Jurgens, der auch mitverantwortlich
für die gesamte Storyline um den Tod Supermans ist, nimmt sich hier
zehn Jahre nach "Doomsday" noch einmal dieses Themas an
und schafft eine kleine Bereicherung dieses doch damals eher sehr
reißerisch aufgemachten Storybogens. Damals hatte dieses Ereignis
- der Tod Supermans - in der gesamten Medienlandschaft in Amerika
für großes Aufsehen gesorgt und das Heft SUPERMAN #75, das Heft
in dem Doomsday schließlich Superman tötet, gehört zu den meist
verkauften Heften aller Zeiten. Die Zeichnungen gehen unter die
Haut: Die Vorzeichnungen von Dan Jurgens und das Finish von Bill
Sienkiewicz passen zu der nachdenklichen und viele Fragen aufwerfenden
Geschichte. Die Cover sind außergewöhnlich gut gelungen.
Norbert Elbers
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