In letzter
Zeit war die Redaktion des Comicmagazins STRAPAZIN anscheinend der
Meinung Comics müssten nicht unbedingt gelesen werden, sondern
es reicht schon wenn graphische Spielereien bestaunt werden (eine
löbliche Ausnahme war die komplett von Andreas Dierssen getextete
# 65). Bezeichnenderweise waren daher
die verspielt und abwechslungsreich gestalteten quadratischen Anzeigen
(die der Auftraggeber zugleich auch als Aufkleber erhält) meist
interessanter als die Comics.
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Doch die neue Ausgabe ist eine angenehme
Überraschung, was anscheinend am fehlenden Konzept liegt. Im
Vorwort schreibt Christian Gasser: “Dieses Heft hat im Gegensatz
zu den anderen STRAPAZIN -Ausgaben kein eigentliches Thema. David
Basler und ich hatten einfach den Wunsch, ein paar Zeichner und
Autoren ins Heft zu nehmen, die wir schon lange sehen oderr (…)
wiedersehen wollten.“
Das Nicht-Konzept geht voll auf. Matt Madsen (von ihm stammt auch
das Cover) überrascht in “10 Stilübungen“ mit
einer banalen Alltagsgeschichte, die er auf verschiedene Arten zeichnet
und erzählt. Gipi (“Nachtaufnahmen“)
steuert in seiner unverwechselbaren Art einen fast albenlangen spektakulär-unspektakulären
Thriller bei, Rory Hayes bedient eher die traditionelle “Ganz
hübsch aber was soll das?“-Schiene, während der Japaner
Jiro Taniguchi (“Vertraute Fremde“,
“Die Sicht der Dinge“,
“Träume vom Glück“)
in einer Kurzgeschichte aus “Der spazierende Mann“ schlüssig
beweißt, dass Mangas nicht zwangsläufig hektisch erzählt
sind. Abgerundet wird das Magazin durch interessant zusammengestellte
Hintergrundinfos zu den vier Comickünstlern. Weiter so, STRAPAZIN!
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