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So
richtig vermisst hatte eigentlich niemand Jürgen Janetzkys
“Splitter Verlag“, der oft etwas lieblos zusammengeschusterte
Comics herausbrachte. Opulente frankobelgische Fantasy-Comics
werden allerdings nach dem Konkurs von Splitter (und nachdem sich
Carlsen und Ehapa fast ganz aus diesem Bereich verabschiedet haben)
bei uns kaum noch veröffentlicht. Daher ist es durchaus löblich,
dass sich Dirk Schulz (“Berlin 2323“),
Delia Wüllner-Schulz und Horst Gotta entschlossen haben den
“Splitter Verlag“ wieder flott zu machen.
Der
Verlag geht mit zwei neuen Serien an den Start. “Das
verlorene Paradies“ erzählt vom Engel Gabriel,
der mit seinem berühmten Namensvetter jedoch nur wenig gemein
hat und auf der Erde eher langweilige Patrouillen-Dienste an den
zahllosen Durchgängen zu Himmel oder Hölle schiebt.
Zufällig stößt er dabei in der Pariser Metro auf
den kleinen Jungen Julien, der sich scheinbar verlaufen hat. Gabriel
kann ihn gerade noch aus den Fängen der Hölle befreien
(und hat dabei einen kurzen Blickkontakt mit schönen Dämonin
Anya). Doch Julien wird weiter von den Mächten des Bösen
verfolgt und Gabriels Engelskollegen scheinen ebenfalls ziemlich
üble Pläne zu haben.
Optisch
mutet die vierbändige Serie “Das verlorene Paradies“, die
“Splitter“ im Vierteljahrestakt veröffentlichen will, eher
amerikanisch an. Die detailfreudigen Seiten sind jedoch eindeutig
für ein großformatiges Album konzipiert, erinnern teilweise
an François Schuiten "Geheimnisvolle Städte"
und kommen in der vorliegenden Form bestens zur Geltung. Die Mischung
aus spannender Story und interessanter Optik stimmt und dürfte
alle Mystery-Fans zufrieden stellen.
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Sehr
viel weniger düster und eher parodistisch-fröhlich zu
geht es in “Die
Schiffbrüchigen von Ythaq“ zu. Dabei ist die
Ausgangssituation der Geschichte alles andere als lustig. Das
Luxus-Raumschiff “Kometenstaub“ kentert im Weltraum und ein höchst
ungleiches Trio verschlägt es dadurch auf den seltsamen leicht
mittelalterlichen Planeten Ythaq. Die mutige Navigatorin Granit,
der eher passive Bordtechniker Narvath und die schnöselige
(aber höchst attraktive) Passagierin Callistra müssen
sich gegen seltsame Völker und Sitten behaupten.
Die Serie stammt aus der Feder von Christophe Arleston,
der auch die Erfolgscomics um “Die Trolle
von Troy“ schuf. Daher geht es auch in “Die Schiffbrüchigen
von Ythaq“ nicht gerade bierernst aber durchaus spannend zu. Am
Ende des ersten Albums gibt es noch eine sehr überraschende
Wendung, die höchst neugierig auf die recht bald folgenden
Fortsetzungen macht. Insgesamt können die beiden höchst
unterschiedlichen “Splitter“-Alben durch Inhalt (im Gegensatz
zu vielen Fantasy-Comics sind beide Geschichten auch wirklich
lesbar!), Aufmachung und Preisleistungsverhältnis voll überzeugen.
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