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“Es war einmal eine kleine süße Dirne“ so begannen 1812
die Gebrüder Grimm ihr Kinder- und Hausmädchen vom "Rotkäppchen",
was seinerzeit jedoch ganz eindeutig nicht zweideutig gemeint
war. Dennoch kann wer will in der Geschichte mit dem Mädchen allein
im Walde mit der verspeisten Großmutter und den ganz großen Augen,
Händen und Mäulern durchaus sexuelle Untertöne entdecken.
Diese hat Neil Jordan bereits in “Zeit
der Wölfe“, seiner Verfilmung einiger Kurzgeschichten
von Angela Carter, zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk zusammengetragen.
Deutlich derber ging es in Band 2 der beim Zwerchfell erschienenen
Comicreihe “Grimm“ zu. Hier
brachten Eckart Breitschuh und Wittek eine ebenso freizügige wie
(textlich) werkgetreue Version von “Rotkäppchen“ zu Papier.
Der bisher im Comicbereich
noch nicht weiter aufgefallene Grafiker Mart Klein hat nun ein
ähnliches Produkt abgeliefert, das zugleich eine Diplomarbeit
darstellt. Optisch kommt der Hardcoverband mit fein schraffierter
Schwarzweißgrafik und der Schmuckfarbe rot sehr ansprechend daher,
auch wenn dies etwas im Widerspruch zum eher unappetitlichen und
reichlich blutrünstigen Inhalt steht. Deutlich mehr Spaß machen
da schon die als Beigabe mitgelieferten Rotkäppchen-PinUps
von Miriam Migliazzi.
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