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Read at Joe´s


 
Titel: Rising Stars
Text: J. Michael Stracynski
Zeichnungen/Inking/Farben: Keu Cha / Jason Gorder / Liquid
Umfang: 52 Seiten
Format: Prestigeformat / vf.
Preis: EUR 6,95
Verlag: Infinity
Website: www.infinity-verlag.de  


Als im August 1999 J. Michael Stracynski mit "Rising Stars" in der Comicbranche wie eine Bombe einschlug, wurde ziemlich vernachlässigt, dass er bereits vor (und auch noch während) seiner erfolgreichen Zeit als Produzent und Autor der SF-Serie "Babylon 5" Comics getextet hatte. Neben den Geschichten für DCs "Teen Titans" schrieb er sogar einen "Star Trek"-Comic, bevor er schließlich TV-Autor wurde. Hier startete er zunächst bei den Trickfilmserien "He-Man" und "Real Ghostbusters". Weiter ging es mit der Neuauflage der "Twighlight Zone" und der unterschätzten Serie "Captain Power and the Soldier of the Future". Mit vielen Mitarbeitern dieser apocalyptischen Action-Show produzierte Stracynski fünf Jahre später auch "Babylon 5". Diese Serie überzeugte vor allem dadurch, dass nicht nur spannende Einzelepisoden erzählt wurden, sondern diese auch noch eine gewaltige epische Geschichte bildeten, die nach fünf Jahren ihr Ende finden sollte. Die Zuschauerbeteiligung bei "Babylon 5" war zwar solide aber nicht sensationell. Daher gab es Jahr für Jahr eine Zitterpartie ob die Serie nun fort- oder abgesetzt werden sollte. Im vierten Jahr brachte Stracynski daher seine Geschichte um galaktische Machtkämpfe etwas hastig zu Ende. Als "Babylon 5" dann doch noch fortgesetzt wurde, folgen nur noch auf der Stelle tretende Einzelgeschichten (einmal sogar vom Comicautor Neil Gaiman). Auch mit der Folgeserie "Crusade" hatte Stracynski keinen rechten Erfolg und lag immer wieder im Clinch mit den TV-Verantwortlichen.
 
    
 

Wieviel idyllischer ging es dagegen in der Comicwelt zu. Als Stracynski ein Konzept für eine abgeschlossene Miniserie um Superhelden entwickelte, wurde er recht schnell mit "Top Cow" einig. Bei diesem Verlag, dessen Comics wie "Witchblade" oder "Fathom" ganz gewiss nicht wegen der tollen Stories gelesen wurden, wusste man um die Zugkraft Stracynski und garantierte ihm völlige Freiheit. Darunter verstand dieser nicht mehr (aber auch nicht weniger!) als dass seine Texte unantastbar blieben und auch genauso in die Sprechblasen gepackt wurden, wie er sie zu Papier brachte. Stracynski genoss ganz offensichtlich die angenehme Zusammenarbeit mit "Top Cow" und fragte daher dort auch ganz brav um Erlaubnis als ihm dann später ein Job als Texter für "Spider-Man" angeboten wurde, aber dass ist eine andere Geschichte...

Wie bereits erwähnt schlug im Sommer 1999 J. Michael Straczynskis Serie "Rising Stars" genauso heftig ein, wie gleich im ersten Heft ein mysteriöse Komet mitten in die Kleinstadt Pederson, Illinois. Hierdurch wurden 113 Kinder, die sich zum Zeitpunkt des Aufpralls noch im Uterus ihrer Mütter befinden, mit den unterschiedlichsten Superkräften ausgestattet. Gleich im ersten Heft ist zu erfahren, dass nur eine Person dieser sogenannten Specials die folgende Serie überleben wird: John Simmons alias Poet. Straczynskis hat "Rising Stars" genau wie "Babylon 5" nicht als Endlosserie angelegt, sondern nach 24 Heften ist alles vorbei. Der erste Zyklus zeigt Straczynskis als souveränen Erzähler, der sich sogar neue Tricks für das Medium Comic ausdenkt. Gerade der Auftakt beschert den Lesern etliche tolle Episoden, die auch ohne Kenntnis des Gesamtzusammenhangs genossen werden können. Unterstützt wird Straczynski dabei von Keu Cha, dem amtierenden "Witchblade"-Zeichner. Dieser verließ die Serie leider bereits nach drei Heften und wurde (zunächst) durch Christian Zanier ersetzt.

 
    
 

Das neunte "Rising Stars"-Heft läutete ein Jahr nach dem Start der Serie nicht nur den zweiten leider deutlich wirreren Zyklus ein. Auf dem Cover war unter dem "Top Cow"-Euter in der selben Größe auch noch eine Diner-Uhr mit der Aufschrift "Joe´s Comics" plaziert. Straczynskis hatte jetzt also sein eigenes Label und somit war klar, dass es nicht bei einer Serie bleiben konnte. Folglich wurde zeitgleich Straczynskis "Midnight Nation" gestartet. Diese Serie ist auf zwölf Ausgaben ausgelegt. Held ist ein gewisser David Grey, der bei der Mordkommission in Los Angeles arbeitet. Mitten in den Ermittlungen zu einem extrem mysteriösen Fall kommt er zu Tode und landet in einer Zwischenwelt. Hier erfährt er von der ebenfalls verstorbenen Laurel, dass er sich schleunigst auf die Suche nach seiner Seele machen sollte, weil er sonst unweigerlich auch zu einem dieser unheimlichen Seelenjäger wird. Bei dieser ebenfalls sehr lesenswerten Serie fand Straczynski Unterstützung bei Gary Frank ("Kin"), dessen Zeichnungen Keu Cha in Sachen Realismus noch übertreffen. Mit Frank arbeitete Straczynski danach auch bei seiner genialen Marvel-Serie "Supreme Power" zusammen.

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