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Sympathie for the Dragon


 
Titel: Die Nibelungen
Text: Jimmy Stepanoff
Zeichnungen/Inking/Farben: Jimmy Stepanoff
Umfang: 60 Seiten
Format: Album / vf.
Preis: EUR 21,50
Verlag: Artenvielfalt
Website: www.artenvielfalt.de   


Fernab der manchmal etwas ausgetretenen Pfaden der Comicszene arbeitet Jimmy Stepanoff schon seit nahezu 20 Jahren an einer visuellen Umsetzung des Mythos um die Nibelungen. Als er 1984 Entwurfszeichnungen für Wolfgang Petersens Verfilmung von Michael Endes "Die unendliche Geschichte" landete er in einer "Landschaft des fantastischen Genres" und empfand diese Herausforderung als erfrischend und beschäftigte sich parallel mit der Nibelungensage.
 
    
 

Weitere Inspiration fand er als er Arbeiter beim Fällen eines uralten Baumes auf dem Bavaria Filmgelände zusah: "Der Baum war weder krank noch morsch noch sonst drohte er umzufallen, als dass er Menschen hätte gefährden können. Der Baum stand einfach da - dem Menschen dort im Wege, wo dieser sein neues Haus und einen Parkplatz bauen wollte." War es nicht ähnlich mit Siegfried und dem Drachen: "Der Drachen stand da. Standhaft , naturgemäß ... Es hätte gewiss Wege gegeben, ein Umkehren ohne Zwist zu erreichen. Doch Siegfried tötet den Drachen...! Der Mensch bezwingt die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen."

So entstand eine sehr eigene Sicht der alten deutschen Volkssage, die nur zu circa 5 % auf den Inhalt des Nibelungenliedes zurückgreift und vom Verlag "Artenvielfalt" als "szenografisch-künstlerische Neubearbeitung" bezeichnet wird. Stepanoff, der ganz kurz bei Rolf Kauka als Zeichner beschäftigt war, hat nichts dagegen, wenn sein Werk als Comic bezeichnet wird. Er kennt die Klassiker des Genres und fühlt sich inspiriert bei seinen Gemälden von Frank Frazetta und bei seinen Zeichnungen von Alex Raymonds "Flash Gordon" und von Hal Fosters "Prinz Eisenherz"(er war übrigens als "Eisenherz"-Nachfolgezeichner für Cullen-Murphy im Gespräch).

Die nun erschienen ersten zwei Nibelungen-Alben dienen auch zugleich als Ausstellungskatalog, denn mit Stationen in Xanten, Worms, Pasau, Pöchlarn, Wien und in Ungarn wird bis Ende 2003 eine Ausstellungsreise auf den historischen Spuren des Nibelungenliedes durchgeführt. Die beiden Alben sind sehr unterschiedlich gestaltet. Der erste Band "Das geheime Königreich 1" besticht vor allem durch das sich ergänzende Miteinander von gelungen ausgeführten schwarzweißen Comicseiten und stimmungsvollen Gemälden und findet auch dadurch tatsächlich eine komplett eigene Sicht des Mythos. "Das geheime Königreich 2" hingegen überzeugt im "Comicteil" noch mehr durch die deutlich größere Reproduktion der Einzelzeichnungen. Allerdings fehlt diesmal gänzlich die Einbindung der zugehörigen Gemälde, die nun komplett im hinteren Teil des Bandes untergebracht sind. Es bleibt spannend, wie sich diese faszinierende Serie weiter entwickelt, denn bis jetzt ist nach zwei Alben gerade mal der Drachen tot.


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