Nachdem
das Team um Tom DeFalco bereits eine “Marvel
Enzyklopädie“ mit über 1000 Einträgen zu Helden und Schurken
zusammenstelle folgt jetzt - mit identischen Umfang (und Preis) -
eine “Marvel Chronik“. Hier wird die Geschichte jener wohl
erfolgreichsten Superhelden-Schmiede erzählt, die 1939 – im Windschatten
des Erfolges der Superman-Comics – als Timely Publications
das Heft “Marvel Comics“ herausbrachte und dort die
ungewöhnlichen Figuren Human Torch (die ein Android war und
noch wenig mit dem späteren Mitglied der Fantastic Four gemein
hatte) und Namor The Submariner präsentierte. 1941 kam schließlich
Captain America dazu und 1951 nannten sich die Hefte Atlas
Comics bevor schließlich im Mai 1963 der endgültige
Name Marvel Comics gefunden wurde.
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Das
voluminöse Buch enthält - übersichtlich gegliedert und ansprechend
illustriert (eine Spezialität des Verlages Dorling Kindersley)
- zahlreiche Einträge zu allen wichtigen Marvel-Comic-Ereignissen
zwischen 1939 und 2008. Zusätzlich werden auch noch für jedes Jahr
die wichtigsten geschichtlichen und kulturellen Ereignisse aufgelistet,
die sich natürlich auch im Bereich Comic niederschlugen. Der Marvel-“Frühzeit“
bis 1962 räumt das Buch pro Jahr eine Doppelseite ein, wobei es
erstaunlich ist zu erfahren was Timely damals neben den
Superhelden-Comics noch so alles veröffentlichte. So gestaltete
der spätere Mad-Zeichner Al
Jaffee Funny Animal Comics im Stile von Warners Looney
Tunes, Harvey Kurtzman lieferte zum Auffüllen frei gebliebener
Seiten den experimentellen Strip “Hey Look“ , das Heft
“It´s A Duck´s Live“ versuchte vom Erfolg der Enten-Comics
von Carl Barks zu profitieren und Comics mit Liebesgeschichten hatten
häufig Fotos auf dem Cover (hierzu wurden oftmals Verlag-Mitarbeiter
abgelichtet) um neben “normalen“ Zeitschriften nicht weiter aufzufallen.
Dreiviertel
des Buches beschäftigen sich dann natürlich mit der glorreichen
Zeit der Marvel Comics als Anfang der Sechziger Jahre mit
Fantastic Four, Hulk oder Spider-Man
fast monatlich neue Superhelden auftauchten. Um alle diese Ereignisse
zu erfassen werden pro Jahr drei Doppelseiten (und ab 1970 dann
nur noch zwei Doppelseiten) benötigt. Zusätzlich werden
noch markante Ereignisse in großformatigen Illustrationen
präsentiert, während den Marvel-Filmen nur Fußnoten
gewidmet wird und das Buch sich auf die Comics konzentriert. Die
“Marvel Chronik“ ist ein sinnvoll gegliederter und sinnlich
präsentierter Prachtband, der sich auch im Zeitalter der Online-Recherche
behaupten dürfte, zumal Comicfans meist ohnehin lieber Bücher
als Webseiten lesen.
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