Im Oxford English Dictionary fand der englische Comicexperte Paul Gravett nur folgende Definition zu Manga: “Japanische Comicbücher oder Zeichentrickfilme, thematisch aus dem Bereich Science-Fiction oder Fantasy“. Das dürfte Grund genug für ihn gewesen sein, einmal einiges gerade zu rücken und aufzuzeigen wie vielfältig der japanische Comic ist.
Sein
großformatiger durchgehend farbig bebilderter Band enthält
daher auch immer wieder Doppelseiten mit beispielhaft ausgewählten
Auszügen aus höchst unterschiedlichen Manga-Reihen wie
Osamu Tezukas “Adolf“, Keiji Nakazawas
“Barfuss durch Hiroshima“
oder Akira Toriyamas “Dragon Ball“.
Doch auch sehr viel weniger bekannte Independent- oder auch Fetisch-Serien
und sogar Euro-Mangas wie "L´Autoroute
Du Soleil" oder "Yonen Buzz"
werden anhand von einzelnen Seiten vorgestellt. (Oftmals enthält
auch die deutschsprachige Ausgabe englische Texte in den Sprechblasen,
hier wären eine deutsche Übersetzung oder das japanische
Original passender gewesen.)
Gravetts
Buch erfreut durch eine sinnvolle (und sinnliche) Synthese aus Wort
und Bild. Beispielhaft erwähnt sei ein abgedruckter Ausschnitt aus
Osamu Tezukas ersten Comic “Die neue Schatzinsel“ von 1947. Hier
beabsichtigte der vom Zeichentrick beeinflusste Tezuka zunächst
eine Sequenz seiner Geschichte extrem filmisch in 31 Einzelpanels
zu erzählen. Er dampfte diese dann aber auf vier (sehr gut ausgewählte)
Einzelzeichnungen und erreichte dadurch eine deutlich dynamischere
Wirkung. Dieses Beispiel unterstreicht sehr gut die intensive Auseinandersetzung
der Mangaka mit dem Faktor Zeit, die gar nicht so selten darin gipfelt,
dass der Leser seinen Comic in Windeseile verschlungen hat.
Gravett
hat auf alle Fälle sein Ziel erreicht, denn schon beim flüchtigen
Durchblättern seines Buches ist festzustellen, dass es eigentlich
nichts gibt zu dem es nicht auch einen Manga gibt.
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