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Amerikanische Werte mit Mayo


 
Titel: Kingdom Come - Ultimate Edition
Text: Mark Waid, deutsch von Christian Heiß
Zeichnungen/Inking/Farben: Alex Ross
Umfang: 364 Seiten
Format: Hardcover mit Schutzumschlag / vf.
Preis: EUR 34,95
Verlag: Panini
Website: www.paninicomics.de   



 
    
 

Nachdem er 1994 in “Marvels“ die Comicfans mit seinen plastisch dargestellten “realistischen“ Superheldengemälden von Spider-Man & Co. begeisterte, nahm sich Alex Ross zwei Jahre später die kostümierten Helden aus dem Hause DC vor.

Während die von Kurt Busiek (“Astro City“) geschriebene Miniserie “Marvels“ noch eine recht interessante Angelegenheit war, die der Frage nachging wie es sich “anfühlen“ würde, wenn es tatsächlich Superhelden gäbe, drohte “Kingdom Come“ an der überambitionierten Story von Mark Waid zu ersticken.

Erzählt wird, wie sich Superman und seine Heldenkollegen vom Weltenretter zurückgezogen haben und dem Nachwuchs eine Chance gaben. Lediglich der schon leicht angegreiste Batman kann nicht loslassen. Er hat den Playboysmoking von Bruce Wayne komplett an denNagel gehängt und kontrolliert mit Erschreckungsrobotern Gotham City. Er arbeitet auch noch daran, dieses Konzept zu exportieren.

Die neue junge Heldengeneration arbeitet jedoch ansonsten so rücksichtslos, dass sich die alten Recken wieder in ihre (leicht modifizierten) Kostüme zwängen und einmal mehr für Recht und Ordnung (und den “American Way“) sorgen.

 
    
 

In “Kingdom Come“ übererfüllte Alex Ross die in ihn gesetzten Erwartungen und bietet detailverliebte Wimmelbilder satt. Besonders gelungen ist das Superhelden-Themenrestaurant “Planet Krypton“. Diesen Schauplatz hat Ross so liebevoll ausgestaltet (“Ich nehme amerikanische Werte mit Mayo“), dass es verwundert, dass Warner-DC diese Vision noch nicht verwirklicht haben. Doch insgesamt richtet sich Waids unnötig kompliziert erzählte Geschichte eher an Insider und erst bei seinen späteren Team-Ups mit Paul Dini wie "Batman - Krieg dem Verbrechen" oder "JLA - Freiheit und Gerechtigkeit" schuf Alex Ross Superhelden-Comics die auch Menschen ohne DC-Abitur verstehen.

Ein Comic-Meilenstein ist “Kingdom Come“ bei allen inhaltlichen Schwächen aber allemal und daher ist eine “Ultimate Edition“ immer willkommen. Vor allem wenn diese Ausgabe auch noch vier zusätzliche Comicseiten enthält, die Ross und Waid nachträglich eingefügt haben. Der wohlfeil aufgemachte Hardcoverband beginnt mit einem etwas entbehrlichen Vorwort von Elliot S. Maggin, der eine Romanversion zu “Kingdom Come“ schrieb und durch die Hintertür Mitautorenschaft anmeldet. Sehr viel wichtiger sind da die Legenden am Ende des Buches, die erklären welche DC-Charaktere Alex Ross alles auf die Wimmelcover gequetscht hat.

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