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Alles klar, denkt der halbwegs versierte Comicleser, wenn er das
neue Produkt aus dem Hause “Schwarzer Turm“ in den Händen
hält. Nach “Horst“, “Alraune“
und “Arsinoe“ scheint ziemlich offensichtlich
zu sein, was den Leser erwartet, wenn Robi “Hurengeschichten“
bebildern lässt. Doch das Heft überrascht.
Die “Hurengeschichten“ entstanden in enger Zusammenarbeit
mit der Prostituiertenvereinigung “Hydra“, deren Emblem ein “High-Heel-Schlangenschuh
mit Giftzahn“ ist. Grundlage der fünf in diesem Heft enthaltenen
Comics sind Interviews mit Prostituierten. Die immer aus der Sicht
der Huren erzählten Stories bieten einen gar nicht einmal
so spektakulären aber gerade dadurch recht intimen Eindruck
vom ältesten Gewerbe der Welt. Mal scheint ein Kunde mitten
im Beischlaf verstorben zu sein, mal ist ein Freier schwer verliebt
und oft gilt es seltsame Sonderwünsche zu befriedigen. Die
Geschichten streben nach keiner knalligen Pointe, sondern sind
kleine Milieustudien
Auch optisch wird einiges geboten, denn die fünf
Zeichner gehen das Thema recht unterschiedlich an. Während
Andi Drude und Clemens Kügler einen realistischen Stil pflegen,
zeichnet Tobi Dahmen knuffige Funnyfiguren. Zunächst etwas
lesehemmend wirken hingegen die eher experimentellen Artworks
von Christian Partl und Renke Karow. Insgesamt sind die “Hurengeschichten“
eine überraschend gelungene Mischung die sehr gerne in Serie
gehen darf.
"Horst"
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