Schlapphut, langer Trenchcoat, eine dicke Knarre, immer pleite und ohne Aufträge: Das ist das Holz, aus dem der harte Privatdetektiv geschnitzt ist, der allen bekannten Vorstellungen eines guten Film noir genügen muss. Und so einer ist Ace Madog, der Held unserer Geschichte. Und so ist er froh, dass endlich mal wieder das Telefon in seinem Büro klingelt (in dem er auch mittlerweile schläft). Sein Auftrag scheint – obwohl schon sehr außergewöhnlich - denkbar einfach: Einem alten Mann wurde aus seinem riesigen Aquarium eine Krake gestohlen und die möchte dieser um jeden Preis wieder haben. Der Name des alten Mannes: General Sternwald (eine Anspielung an General Sternwood aus "The Big Sleep" – jenem klassischen Film mit Humphrey Bogart als Philip Marlowe). Sternwald ist ein gebrechlicher greiser Mann, der im Rollstuhl sitzt. Der General verdächtigt seinen ehemaligen Chauffeur Gustaff.
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Und
so beginnt die Suche nach der Krake. Wenn man in dieser Stadt Informationen
braucht, beginnt man am besten in Ritas Bordell. Und Ace bekommt
auch einen ersten Hinweis, den er sich hart erarbeiten muss durch
Beischlaf für Informationen bei der Puffmutter selbst. Daisy wurde
mit Gustaff gesehen, aber das Ganze ist nur eine Falle für unseren
Helden. Denn als er dort ankommt ist Daisy schon tot: Und wer der
Mörder gewesen sein könnte, dass scheint auch klar in der Luft zu
liegen – der Leibwächter von Rita, der nicht umsonst Garlic Joe
heißt. Und die Atmosphäre hier ist unverkennbar von ihm verpestet.
Aber schon wird er niedergeschlagen und wacht erst wieder auf der
Polizeiwache auf.
E.G.O. versteht es geschickt Klischee an Klischee zu reihen, aber
dennoch was ganz Eigenes zu entwickeln. Das Ganze ist voll von unerwarteten
Wendungen und mitunter surrealen Ereignissen, liest sich flüssig
und macht Spaß. Da ist zum Beispiel der Hamster von Ace, der
in seinem Büro ein vom Besitzer unbemerktes Eigen-(und Liebes-)leben
führt und am Ende Ace mitunter durch seinen geschickten Umgang
mit einem Samuraischwert retten muss.
Auf
dem Schreibtisch von Ace steht eine kleine Figur: Ein Vogel, der
an den Malteser Falken erinnern soll. Die Geschichte ist in einer
Stadt angesiedelt, voll von korrupten Polizisten, hier leben außergewöhnliche
Wesen (der besagte Hamster und Menschen, die sich in Kraken verwandeln
können). Am Ende entpuppt sich der General als der Dieb, der eben
die Tochter von Rita aus dem Puff gestohlen hatte, weil sie die
Fähigkeit besitzt, im Wasser leben zu können und das ist der Ort,
an dem der alte Mann (schwerelos) noch in der Lage ist den Liebesakt
vollziehen zu können.
Die
Auflösung ist kompliziert, aber nachvollziehbar. Auch wenn einige
Fragen offen bleiben (sie sollen evtl. in einem zweiten Band weiter
geklärt werden), der Leser erfährt am Ende genug, damit die Story
schlüssig ist. Diese Darbietung in s/w lässt Platz für unkonventionelle,
aber gute Ideen, sowohl vom Inhalt, als auch beim manchmal statischen
Zeichenstil – und das ist zweifelsohne eine Bereicherung für uns,
die Leser. E.G.O. weiß um die Erwartungen der Leser und er spielt
mit ihnen. Viele Dialoge scheinen bekannt und so erscheint es, als
ob er zitieren würde und verleiht ihnen Nachdruck. Das Heft hat
von allem ein wenig: Detektivgeschichte, Erotik, Komik und Humor,
abgedrehte Gestalten und es gelingt auch sehr gut, alles in Szene
zu setzen. Besonders die Szenen mit Erotik scheinen sehr viel Aufmerksamkeit
vom Zeichner bekommen zu haben. Es macht Freude, den Gedanken und
Erlebnissen der handelnden Personen zu folgen und die Bilder zu
betrachten.
Norbert
Elbers
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