London,
Ende des 19. Jahrhunderts. Das schüchterne Dienstmädchen
arbeitet bei der ehemaligen Erzieherin Mrs. Stowner. Eines Tages erhält
die alte Dame Besuch von ihrem ehemaligen Schülers William Jones.
Dieser stammt aus einer wohlhabenden Familie und verliebt sich sofort
in Emma. Sehr vorsichtig nähern sich die beiden jungen Menschen
an, doch im viktorianischen England wird eine derartige Beziehung
allenfalls als Affäre geduldet.
Für zusätzlichen Zündstoff
sorgt der temperamentvolle indische Prinz Hakim, der William mit
pompösen Gefolge (Tänzerinnen und Elefanten) in London
besucht. Er verliebt sich ebenfalls in Emma und umwirbt sie sehr
viel offener als William.
In ihrer ersten Manga-Serie “Emma“
erzählt die japanische Zeichnerin Kaoru Mori sehr sensibel von einer
Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Mori verwendet dabei Texte
und Dialoge sehr sparsam. Ausführlich zeigt sie die schüchternen
Blicke, die William und Emma bei ihrer ersten Begegnung austauschen.
Im Anhang des Buches gibt es einen recht interessanten “hingekritzelten
Nachwort-Manga“, in dem die Zeichnerin erzählt, dass der Verlag
zunächst auch etwas verwirrt war, dass sie eine volle Seite darauf
verwendete nur um in stummen Bildern zu zeigen Emma ihre Brille
abnimmt. Doch Mori hat völlig recht auf die Kraft ihrer Bilder zu
setzten und man darf gespannt sein wie sich die viktorianische Liebe
weiter entwickelt.
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