Drei deutsche
Comiczeichner besuchten Israel und drei israelische Comiczeichner
waren in Deutschland. Der Sammelband “Cargo“ enthält die dabei entstandenen
höchst unterschiedlichen Bildergeschichten, die mit “Comicreportagen“
vielleicht etwas unzureichend beschrieben sind.
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Wobei
die deutsche Delegation tatsächlich eher im Sinne von Joe Saccos
“Palästina“ arbeitete: Tim Dinter
trieb sich in der Künstlerszene von Tel Aviv herum. Jan Feindt
besuchte das Land zusammen mit seiner israelischen Frau. Er war
auch in einer Beduinensiedlung und erfuhr einiges über die
dortige katastrophale medizinische Versorgung. Jens Harder hingegen
sammelte seine Eindrücke in Jerusalem und war auch an der Geschichte
der Stadt interessiert. Alle drei Zeichner setzen ihre Beobachtungen
in einem realistischen Zeichenstil um und lassen den Leser dadurch
teilhaben an ihren Reisen.
Die drei israelischen Beiträge
hingegen sind sehr viel unterschiedlicher: Yirmi Pinkus illustriert
das Gedicht “Todesfuge“ (“der Tod ist ein Meister aus Deutschland“)
mit seinen persönlichen Reisebeobachtungen, die scheinbar gar
nicht im Einklang dazu stehen. Rutu Modan liefert einige großformatige
reich bevölkerte Berlin-Impressionen und verzichtet auf eine
Erzählung oder Kommentierung. Guy Morads “Memories“ ist dann
der krönende Abschluss des Sammelbandes. Vor genau beobachteten
Alltagsszenerien schildert Morad wie Itay Cohen, der kurz zuvor
von seiner Freundin verlassen wurde, alleine zu einem “Pixies“-Konzert
nach Berlin reist. Dort verliert er zwar seine Papiere, lernt dadurch
aber auch Sofia kennen und lieben.
Insgesamt ist “Cargo“ ein gelungenes
Experiment und ein Beleg für die vielfältigen Einsatz-
und Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums Comic.
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