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Programm vom 15. August 2010:
Der
San Diego Comic Con
In
diesem Jahr fand vom 22. bis 25. Juli zum 41. Mal der San Diego
Comic Con statt. Die Eintrittskarten der Veranstaltung, die im letzten
Jahr erstmals mehr als 1200.000 Besucher hatte, waren bereits Monate
zuvor komplett ausverkauft.
  
Der
Comic Con begann 1970 als intimes Treffen einiger Comic- und Science-Fiction-Fans,
die alle im selben Hotel wohnten, in dem auch sämtliche Veranstaltungen
stattfanden. Doch mittlerweile wurde die Veranstaltung ins riesige
San Diego Convention Center verlegt. Bereits am ersten Veranstaltungstag
bilden sich unglaublich lange Warteschlangen mit teilweise schon
kostümierten Comicfans rund um das gesamte Gebäude. Während
im Untergeschoss in einer 1 km langen durchgehenden Halle eine bunte
Mischung aus Bazar, Flohmarkt und Fachmesse herrscht, können
zeitgleich noch Vorträge, Diskussionen, Cosplay, Rollenspiele,
Filme, Kostümwettbewerbe und vieles mehr in knapp 20 Sälen
besucht werden. Wer will kann sich auch von Freitag bis Sonntag
jeweils den ganzen Tag in der 6.500 Plätze fassenden Halle
H erste Häppchen aus den neusten Erzeugnissen aus Hollywood
reichen lassen. Seit 1999 besuche ich den Comic Con. Beim Comic
Café berichtet ich von der diesjährigen Großveranstaltung
der populären Kultur aber auch von seinem Buch in Disneyland.
Der
skandalumwitterte Trickfilm “Judas & Jesus“
Dass
im Titel Judas noch vor Jesus genannt wird, macht klar wo die Sympathien
der Schöpfer dieses 15-minütigen Trickfilmes liegen. Doch die eigentliche
Hauptfigur ist eine reichlich sexy anzusehende und agierende Maria
Magdalena zu der sich sowohl Jesus als auch Judas hingezogen fühlen.
Diese Figuren sind als Schafe dargestellt, wobei Judas natürlich
das schwarze Schaf ist, während die römischen Legionäre als Wölfe
auftreten. Die sich vor diesem Hintergrund entwickelnden Ereignisse
bieten eine höchst eigenwillige und alles andere als jugendfreie
Version der Bibel-Geschichten. Die FreiwilligeSelbstKontrolle gab
den Film “ab 16“ frei, während die Deutsche Film- und Medienbewertung
Wiesbaden zunächst das Prädikat "besonders wertvoll" aussprach,
“Judas & Jesus“ anschließend aber wegen Blasphemie von einer Bewertung
ausschloss.
 
Zwar
macht sich “Judas & Jesus“ direkter als Monty Pythons “Das Leben
des Brian“ über das Neue Testament lustig, doch sehr viel doller
als Mel Gibson, der mit “Passion“ aus den Leiden Christi einen Splatter-Film
machte, treiben es die Trickfilmer Olaf Encke und Claudia Romero
auch nicht. Zwar deuten ihre Texte im Audiokommentar der zugehörigen
DVD an, dass sie sich zur Recherche sehr intensiv mit der Bibel
beschäftigt haben, doch in erster Linie wollen sie mit “Judas &
Jesus“ eher provozieren (aber dabei ganz gewiss auch ihren Spaß
haben!) als zu kirchenkritischen Diskussionen anzureden.
Wie
dem auch sei, der Film – an dem 3 Jahre gearbeitet wurde - verblüfft
auf alle Fälle durch seine technische Brillanz und wirkt wie
eine ebenso spaßige wie wilde Mischung aus den Cartoons von
Tex Avery und den Underground-Trickfilmen von Ralph Bakshi. Den
mit großem Orchester eingespielten Soundtrack eröffnet
eine kleine Gesangsnummer von Phil Tägert alias Fil und auch
die Psychobilly-Songs von den Meteors passen gut zum bunten Treiben
des biblischen Trios. Wen dies religiös beleidigen könnte,
der lässt einfach die Finger davon oder er kauft sich auf www.judasandjesus.com
für teuflische 6,66 Euro die zugehörige DVD um sie dann
zu verbrennen.
Siehe hierzu auch: www.judasandjesus.com
Nerd
Contest – Teste Dein nutzloses Wissen
Sich
eine Frage auszudenken, deren Antwort fast jeder kennt ist recht
einfach (“Wie heißt der Captain vom Raumschiff Enterprise?“
– “James T. Kirk!“) und es ist ebenfalls nicht allzu schwer eine
Frage zu finden, deren Antwort kaum einer kennt (“Wer war der allerserste
Captain vom Raumschiff Enterprise?“ – "Christopher Pike?"
- “Falsch, Robert Thomas April!“). Schwierig ist es eine Frage zu
stellen, die der durchschnittliche Nerd - also Experte für
Trivialquatsch aller Art – gerade noch wissen könnte ("Wofür
steht das T. in James T. Kirk?" – “Tiberius“)). Bei NERD CONTEST
treten drei Kandidaten an und versuchen jeweils drei Fragen zu formulieren,
die möglichst nur einer der beiden Kontrahenten beantworten
kann. Zu gewinnen gibt es halbwegs wertvolle Sachpreise und wer
mag kann bewerben unter luenstedt@highlightzone.de.
Comics
lesen!
Fester
Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics
lesen!" die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen
versteht. Regelmäßig
und kontrovers wird Gastgeber Heiner Lünstedt mit Rainer
Schneider ("Comicaze")
dem Kommunikationswissenschaftler und Comicforscher Ralf
Palandt und und dem Münchner Comiczeichner Uli
Knorr (u. a. “Saumäßig“) über aktuelle
Comics diskutieren.
Diesmal
geht es um zwei völlig verschiedene Comics aus Deutschland:
Bei
der “Fix & Foxi“-Ausgabe vom Juli 2010 war erstmal
im größeren A4-Format herausgebrachte Comic interessanter als der
beiliegende Gimmick (eine Wasserpistole).
Das
Cover des Heftes zieren in einem interessanten halbwegs realistischen
Stil gezeichnete deutlich gealterte Versionen von Rolf Kaukas Comicfiguren.
Die zugehörige 15-seitige Geschichte “Die vierte Dimension“ schildert
wie Fix und Foxi, Lupo und Lupinchen in ein 3D-Kino gehen und plötzlich
in eine Parallelwelt versetzt werden. Dort sind sie die vier fast
schon erwachsenen Superhelden des F-Teams und bekämpfen den Schurken
Der Onkel (alias Fax). Wird es Fix alias Muskel, Fox alias IQ, Lupinchen
alias Zick-Zack und Lupo alias Der Hungrige gelingen zu verhindern,
dass Der Onkel durch das Verteilen von gemeingefährlichen Schokoriegeln
alle Kinder blitzschnell altern lässt?
Diese
von Nadia Enis in einem “ganz modernen Stil“ mit “zeitgemäßen
Pannelings“ (Zitate aus dem Pressetext) gezeichnete Story ist ein
interessantes Experiment, das tatsächlich frischen Wind in
den etwas verschnarchten Fix & Foxi-Relaunch bringen könnte.
Der
Zeichner Felix Mertikat und der Autor Benjamin Schreuder “Jakob“
gemeinsam als Abschlussprojekt für das Animationsinstitut Baden
Württemberg entwickelt. Es ist damit das erste Comicprojekt,
das als Abschlussarbeit an der Filmschule anerkannt wurde. Zugleich
verarbeiteten Mertikat und Schreuder ihre von den Phantasiewelten
eines Tim Burtons oder Terry Gilliams inspirierte Geschichte auch
noch zu einem Kurzfilm.
Der
Comic erzählt vom 8-jährigen Jakob, der erfährt, dass seine Mutter
“von uns gegangen“ ist und “nur die Raben den Weg kennen“. Der Junge
nimmt diese Redensarten wörtlich. Gemeinsam mit seinem liebsten
Spielzeugsoldaten bricht er zu einer Odyssee auf. Jakob folgt den
Raben und versucht seine Mutter zu finden. Dabei trifft er auf allerlei
seltsame Wesen und verwandelt sich immer mehr in einen “alten Knaben“.
Thematisch
passend veröffentlicht der Verlag Cross Cult die Geschichte der
Filmstudenten im Breitwand-Format. Felix Mertikats lockerer skizzenhafter
Stil ist im Comicbereich eher ungewöhnlich und lässt vielmehr an
Storyboards oder Kinderbücher denken. Doch die oft etwas unfertig
anmutenden Bilder passen sehr gut zur Geschichte einer Suche, die
jung und alt im gleichen Maße ansprechen dürfte.
Christian Effenbergers Zeichentrickfilm
“Bad Habbit, Little Rabit“
Der
Münchner Zeichner Christian Effenberger alias Chriseff wird
seinen 8-minütigen Cartoon “Bad Habit, Little Rabbit"
vorstellen, den er als Abschlussfilm der FH Mainz in einer beeindruckenden
Mischtechnik aus klassischer 2-D- und Computeranimation realisierte.
 
Der
Münchner Zeichner Christian Effenberger alias Chriseff wird
seinen 8-minütigen Cartoon “Bad Habit, Little Rabbit"
vorstellen, den er als Abschlussfilm der FH Mainz in einer beeindruckenden
Mischtechnik aus klassischer 2-D- und Computeranimation realisierte.
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Frank
Cmuchal |
Außerdem
wird wieder Frank Cmuchal Comicmusik remixen.
Auch
2011 wird COMIC CAFE im Werkstattkino stattfinden!
Weitere
Infos bei
Heiner
Lünstedt
Papinstr. 39
D-81249
München
Tel:
089 / 87 04 67
Mail:
luenstedt@highlightzone.de
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