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Es
erscheinen zwar weiterhin regelmäßig Comicalben von Enki Bilal wie
“Animal`z“ oder “Vier?“,
doch hierbei handelt es sich eher um Sketchbooks mit großformatigen
locker hingehauenen Illustrationen, die sich beim Lesen nicht so
recht zu funktionierenden Geschichten zusammenfügen wollen. Das
Recht zu solchen Egotrips hat sich Bilal mit einer ganzen Reihe
von zeitlosen Comicklassikern redlich erarbeitet. Bei seinen besten
Werken war jedoch nicht er sondern Pierre Christin (“Valerian
& Veronique“) der Autor.
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Nachdem die Ehapa Comic Collection
im Sammelband “Fin de Siècle“ bereits “Der Schlaf der
Vernunft“ und “Treibjagd“ neu auflegte, folgen jetzt
die restlichen gemeinsamen Comics von Bilal und Christin. Die drei
recht treffend unter dem Titel “Legenden der Gegenwart“
verlegten Alben "Die Kreuzfahrt der Vergessenen",
"Das steinerne Schiff" und "Die Stadt,
die es nicht gab" entstanden zwischen 1975 und 1977. Die
Geschichten hängen thematisch zusammen, was ein Prolog unterstreicht,
in dem auch Bilal und Christin einen Auftritt haben. Bindeglied
ist ein weißhaariger Mann, der meist einen langen Mantel trägt und
immer dort auftaucht, wo sich merkwürdige Dinge ereignen. Von den
Mächtigen wird er für einen Terroristen gehalten, während Frauen
ihn einfach nur faszinierend finden.
Dieses vom Geheimdienst unter dem
Aktenzeichen 50/22 B erfasste Individuum ist dabei als Bewohner
und Gebäude von zwei kleinen idyllischen Ortschaften, deren Fortbestand
durch Tourismus, Industrialisierung und militärischen Versuchsanlagen
bedroht ist, urplötzlich das französische Festland verlassen um
zu neuen Ufern aufbrechen. Das genaue Gegenteil passiert hingegen
in einer kleinen Industriestadt. Hier setzt die idealistische Erbin
der örtlichen Fabrikanlagen ihr beträchtliches Vermögen zum Wohle
der Allgemeinheit ein und errichtet ein Utopia. Doch eine von der
Außenwelt abgeschottete Idylle funktioniert auch nicht wirklich
und der Ort wird zur “Stadt, die es nicht gab“.
Die drei in diesem Band versammelten
Geschichten überzeugen auch heute noch dank Christins phantasievoller
Sozialkritik sowie durch Bilals Bilder in denen Realismus nahtlos
in Phantastik übergeht. Dies kommt in der neuen etwas weniger grellen
plastischen Kolorierung im Stile von Bilals späteren Werken besonders
gut zur Geltung.
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