Im September 1928
fährt Marthe Müller nach Berlin um ein Kunststudium zu beginnen. Im Zug trifft
sie den etwas ausgebrannten "Weltbühne"-Journalisten Kurt Severing.
Beide sind sich sympathisch, gehen zunächst aber getrennte Wege. Zu Weihnachten
fährt Marthe nicht zu ihrer Familie in Köln, weil sie dort nicht erzählen
möchte, dass sie ihr Kunststudium abgebrochen hat. Stattdessen besucht sie
unangemeldet Kurt am Heiligen Abend und beide verbringen die Festtage im Bett.
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Rund um diese Geschichte erzählt
der US-Amerikaner Jason Lutes ("Narren", "Houdini")
auch noch von zahlreichen weiteren Personen aus dem näheren und
ferneren Umkreis seiner beiden Hauptfiguren. Dadurch entsteht ein
faszinierendes Berlin-Panorama, das aus zahlreichen unterschiedlichen
Perspektiven gut recherchiert und sehr sensibel das Ende der Weimarer
Republik und das Aufkommen des Faschismus schildert.
Dieser bei Carlsen erschienene "Berlin"-Band enthält das
ersten Drittel einer Geschichte, die Lutes auf insgesamt 24 Kapitel
angelegt hat. Die Handlung der weitverzweigten Erzählung soll schließlich
im Januar 1933 enden. Abgesehen davon, dass es bei der Lektüre manchmal
etwas schwer fällt das umfangreiche Ensemble sofort einzuordnen
(die Hakenkreuze in den Nazifahnen hingegen fehlen auch in der Originalfassung),
gelang Lutes ein Auftakt, der mehr als neugierig auf die hoffentlich
bald folgenden Fortsetzungsbände macht.
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