Wohl kaum ein anderer Comic-Charakter
ist so vielschichtig und hat in seinem langen Leben so viele Veränderungen
und Verwandlungen durchgemacht wie Batman. Eine Heerschar
von Autoren und Künstlern konnte und kann ihm immer wieder
neue Facetten abgewinnen. Im September 2006 war es mal wieder soweit,
als Grant Morrison die monatliche US-Serie "Batman"
mit der Nummer #655 übernahm. Die erste (4-teilige) Story hieß
(auf dt.) “Batmans Sohn - Damian“ und führte Damian
Wayne ein, Bruce Waynes Sohn aus einer Beziehung mit Talia al
Ghul, der Tochter von Ra’s al Ghul.
Schon ziemlich früh wurde seitens
DC erklärt, dass das Ende und der Höhepunkt von Morrison
Run “Batman R.I.P.“ heißen sollte. Alles schien möglich.
Befassten sich doch die nun folgenden Geschichten von Morrison immer
mehr mit dem Thema Tod und todesähnlichen Erfahrungen. Und
nun beginnt der letzte (6-teilige) Zyklus von Morrison: "Batman
R.I.P.".
Wir erfahren, wie die Beziehung zwischen
Bruce Wayne und seiner neuen Freundin Jezebel Jet weitergeht und
dass sie erkennt, dass er Batman ist. Wir erleben ein Wiedersehen
mit dem Ten-Eyed-Man. Wer mit den Ehapa-Zeiten batmanmäßig
sozialisiert wurde, für den ist dieser Gegner kein Unbekannter –
wenn auch diese Version des Ten-Eyed-Man nur noch neun
Finger hat...
Morrison versteht es alten Geschichten
und Figuren neues Leben einzuhauchen. Auch wird mehrmals in der
Story auf den Versuch in der Isolationskammer eingegangen – eine
Geschichte aus dem Jahre 1963 “Robin Dies at Dawn“ ("US-Batman"
#156), die erstmals in Deutschland in der Reihe “Klassiker
der Comic-Literatur“ von der Frankfurter Allgemeinen erschienen
war. Für den wissenschaftlichen Versuch mit der Isolationskammer
war damals ein gewisser Dr. Simon Hurt verantwortlich. Er und eine
Ansammlung von (von Morrison neu geschaffenen) Superverbrechern
treffen sich an einem geheimen Ort. Auf Geheiß von The Black
Glove planen sie einen makaberen Totentanz für Batman.
Morrison zieht hier all seine Register
seines Könnens – man merkt, dass er sich in der Historie der Figur
Batman bestens auskennt und es ihm sichtlich Spaß macht,
sie weiter voran zu treiben und zu entwickeln.
Da die Storyline in den USA ja schon
vorbei ist, sei an dieser Stelle nur soviel schon verraten: So richtig
tot scheint Bruce am Ende nicht zu sein (sein weiteres Schicksal
wird im Mega-Event "Final Crisis"
gelüftet), wo er denn genau ist, das weiß man nicht.
Tot zu sein scheint Batman nicht – es ist eher noch schlimmer.
Die sechs Hefte, die bei Panini zu der Reihe "Batman
R.I.P." gehören, werden alle jeweils auch mit einem
Variant-Cover erscheinen.
Norbert Elbers
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