Wer die
Spannung bis zum Kinostrart von "Batman
Begins" nicht mehr aushalten kann, dem wird die Wartezeit
mit dieser Film-Adaption verkürzt. Comics zu Filmen, in denen Comics
verfilmt werden sind schon ein merkwürdiges Zwitterding und sehr schwer
vernünftig zu machen. Szenen, die extra für die riesige Leinwand konzipiert
wurden, im Kino gewaltig wirken und mit Sound großartig hinterlegt
sind, sind nur schwer in kleine Panels zu bannen. So sind solche Comics
zu Filmen immer nur ein Versuch, den Film wiederzugeben. In diesem
Falle aber gelingt es recht solide. Wer den Film noch nicht gesehen
hat, und es nicht mehr erwarten kann, dem bietet das Heft einen netten
Einblick und wer den Film schon gesehen hat, dem gelingt es anhand
des Heftes leichter, sich noch einmal an diesen großartigen Film zu
erinnern.
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Neu
bei diesem Film ist, dass Regisseur und Drehbuchautor sich immer
wieder beim Dreh gefragt haben: "Wie kann man es glaubhaft
darstellen?" - und es diesmal wirklich gelingt. Die Gimmicks
und Gadgets von Batman werden gut erklärt und plausibel rübergebracht.
Neu ist auch, dass der sehr
komplexe Charakter des Bruce Wayne als Bruce Wayne/Playboy/Batman
sehr genau versucht wird darzustellen. Die Dualität Held/Alter
Ego wird aufgebrochen und heraus kommt eine Person in drei Teilen
- das ist neu. Jetzt gibt es erstens Batman, zweitens den wahren
Bruce Wayne, den nur seine engsten Freunde kennen und drittens den
mondänen Playboy Bruce Wayne für die Öffentlichkeit.
Die Geschichte erzählt den Werdegang des kleinen Bruce Wayne,
der wohlbehütet in einer intakten Familie aufwächst bis
hin zu dem Zeitpunkt, an dem er als Fledermaus verkleidet in Gotham
City für Recht und Ordnung sorgt. Aber bis dahin muss Bruce
Wayne noch sehr viel erleben und erlernen. Er muss seine eigene
Angst kennen lernen, er muss erfahren, wie seine Eltern vor seinen
Augen erschossen werden und wie ohnmächtig er den korrupten
Machenschaften in Gotham City gegenübersteht.
Bemerkenswert ist ebenfalls, wie nachvollziehbar die Angst dargestellt
wird: Der kleine Bruce hat durch ein traumatisches Ereignis Angst
vor Fledermäusen – und diese Angst begleitet ihn bis zum erwachsenen
Mann. Aber er überwindet diese Angst, indem er sie verinnerlicht.
Dieses Fledermaus-Symbol nimmt er sehr persönlich und in dem
Maße, wie er seine eigene Angst in den Griff bekommt, versetzt
er seine Gegner in Angst und Schrecken mit genau diesem Tier.
Der Film überzeugt nicht zuletzt durch seine durchdachte Story.
Ra's al Ghul bleibt bis zum Schluss verborgen und seine Motivation
wird erst zum Ende näher beleuchtet. Die wichtige Rolle seiner
Liga der Schatten, die seit Jahrtausenden existiert und immer wieder
regulierend in den Lauf der Geschichte der Menschheit eingriff wird
mehr und mehr preisgegeben. Diesem selbstgerechten Tun, das ohne
Rücksicht auf ungezählte Menschenopfer agiert, gilt es
Einhalt zu bieten.
Und nur die Waynes hatten den Mut dazu, dem Übel, das Gotham
beherrschte, zu versuchen Einhalt zu bieten. Erst der Philanthrop
Dr. Thomas Wayne und nach dessen Ermordung sein Sohn - wenn auch
dieser mit anderen Mitteln. Versuchte noch Wayne sen. das Böse
hinwegzulieben, so wählt sein Sohn den Weg des Batman, der
das Böse einschüchtert und vertreibt - ganz im Sinne der
Erfinder Bob Kane und Bill Finger.
Diese Story nun wird von Scott Beatty adaptiert und Kilian Plunkett
versteht es einigermaßen handwerklich geschickt, die Bilder dazu
zu liefern. Es ist eben sehr schwer, 140 lange Minuten Kino auf
68 Seiten Comic zu reduzieren. Das geht nicht ohne Beschränkung,
aber es ist im vorliegenden Fall akzeptabel.
Norbert Elbers
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