Der junge Karl Mayer hat seine Heimat Deutschland verlassen und in St. Louis eine Stellung als Hauslehrer zweier reizender Kinder gefunden. Der Religionsunterricht ist dem Ghuljäger Bruder Heinrich vorbehalten, und auf Vermittlung dieses frommen Mannes bricht Karl in den Wilden Westen auf, wo das Abenteuer seines Lebens auf ihn lauert – und eine Menge dämonischer Ausgeburten der Hölle.
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Und
er lernt Winnetou kennen, den Häuptling der Werwolf-Apachen, der
trotz seines starken französischen Akzents ein ganz umgänglicher
Kerl ist. Wenn man einmal davon absieht, dass er sich wie alle seine
Stammesgenossen nächtens in eine blutrünstige Bestie verwandelt…
Blutsbrüderschaften können mitunter eine blutigere Angelegenheit
sein, als man gemeinhin annimmt.
Seit dem Überraschungserfolg von "Stolz
und Vorurteil und Zombies“ ist ein neues Genre auf dem
Büchermarkt aufgetaucht: die Horror-Parodie bekannter Romane. In
diesem Windschatten segelt auch "Winnetou unter Werwölfen“.
Es ist natürlich keineswegs sittenwidrig, die Werke des Maysters
zu parodieren, eine recht gelungene Form stellte z.B. Bullys "Schuh
des Manitu“ dar (wobei hier natürlich eher die unsäglichen
Verfilmungen aus den 60ern durch den Kakao gezogen wurden). Ganz
im Gegenteil, oft ist eine Parodie eine ganz besondere Würdigung
des Originals. Im vorliegenden Fall kann davon aber leider keine
Rede sein, Witz oder gar Spannung sucht man hier leider vergeblich.
Stattdessen löst ein dümmlicher Kalauer den nächsten ab, und das
unsägliche Elend zieht sich auch noch über mehr als 400 Seiten.
Nur ein Beispiel: "Jetzt komm, Tuntua! Jetzt werd ich’s
dir besorgen, aber anders, als du dir wünscht!“ Dass dieses
Werk ein Verlagslektorat passiert hat, kann nur ein tragischer Irrtum
sein, vermutlich hätte man sogar bei "Book-on-Demand“ Bedenken,
es zu veröffentlichen. Oder steht die Sonne der abendländischen
Kultur wirklich schon so niedrig? Dann hat sich Deutschland wohl
tatsächlich bereits abgeschafft.
Fazit:
Auf eine gewisse Weise ist es doch auch faszinierend - als leidenschaftlicher
Bücherwurm von Kindesbeinen an und mittlerweile doch einigen Jährchen
als Rezensent habe ich sicherlich zigtausende Bücher gelesen, dieses
aber markiert eindeutig das unterste Ende der literarischen Qualitätsskala,
wenn ich auch bislang der Meinung war, dieser Ehrenplatz wäre Paulo
Coelho oder Charlotte Roche vorbehalten. Dass auf dem Cover Karl
May allen Ernstes als (Co-)Autor dieses infantilen Machwerks genannt
wird, kann man nur als Frechheit bezeichnen. Ein Buch zum verschenken:
je schneller, desto besser.
Stefan
Meduna
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unter Werwölfen" bei ebay kaufen, hier anklicken
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