Im Vorgängerband
"Weltengänger“ wurde der junge Kirill Maximow
mit einer schockierenden Tatsache konfrontiert: er ist einer der wenigen
Menschen, die zwischen den zahllosen Parallelversionen unserer Erde
hin- und herwechseln können. Da er nun ein Eingeweihter ist,
wird er zum "Funktional“ gemacht, einer Art Grenzwachebeamter
zwischen den Universen, der nur Ausgewählten den Übertritt
gestatten darf. Als er merkt, dass er den finsteren Arkanern offenbar
nur als Werkzeug für deren noch finsterere Absichten dient, wagt
er die Flucht. Doch das System verlässt man nicht ungestraft…
Hier setzt "Weltenträumer“ ein. Der einsame
Flüchtling Kirill dreht den Spieß um und beschließt,
den Kampf gegen die Arkaner aufzunehmen. Aber sind diese wirklich
der Feind, oder sind sie gar selbst nur Marionetten in diesem mysteriösen
Spiel um das Schicksal des Universums.
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Die
osteuropäische, insbesondere die russische SF steht seit jeher
im Ruf, den Leser gern mit endlosen Ausführungen und noch endloseren
verworrenen Handlungssträngen zu langweilen. Auch Sergej Lukianenkos
"Weltengänger/Weltenträumer“ bleibt
diesem Ruf treu, denn diesen zweiteiligen Roman hätte man locker
auf einen Band zusammenkürzen können, ohne dass er merkbar
an Substanz verloren hätte. Kirill Maximow wird mit Gefahren
und Verschwörungen von schier kosmischen Ausmaßen konfrontiert,
das hindert ihn allerdings nicht, endlos über Gott und die
Welt(en) zu philosophieren. Die Durchnumerierung der diversen Parallelwelten
mit "Erde-1“, "Erde-2“ usw. erinnert uns allerdings
mit nostalgischer Wehmut an das klassische Silver Age der DC Comics.
Fazit: Sergej Lukianenko ist dank der weltweit erfolgreichen Verfilmung
seines Romans “Wächter
der Nacht“ zweifellos der berühmteste Sohn Kasachstans
seit Borat. Im Zuge des Filmerfolgs stürmten seine phantastischen
Romane auch bei uns die Bestsellerlisten. Nicht ganz zu unrecht,
denn Lukianenko ist ein routinierter Autor, der durchaus mit vielen
interessanten Grundideen aufwarten kann. Leider bleibt das literarische
Endergebnis dann aber in der Regel weit hinter seinen Möglichkeiten
zurück. Unter diesem Manko leidet auch die Erzählung "Weltengänger/Weltenträumer“,
die daher nur eher magere Durchschnittskost bietet.
Stefan
Meduna
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