Heinz J. Galle ist den meisten Freunden der Volksliteratur als Fachmann
auf dem Gebiet (und als Sprechblase-Kolumnist) bekannt. Seine Trilogie
"Volksbücher und Heftromane“
zählt zu den grundlegenden literaturwissenschaftlichen Werken zum
Thema. Dass darin bei der ungeheuren Menge an erschienenen trivialliterarischen
Titeln so manch ein interessanter Bereich nur am Rande behandelt
werden konnte, ist logisch. Der vorliegende Almanach soll da zur
Ergänzung dienen.
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Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät uns schnell, dass so etwas wie ein roter Faden nicht auszumachen ist, geboten wird ein faszinierendes nostalgisches Sammelsurium der internationalen Popkultur. Einige Beiträge widmen sich dem BLACK MASK MAGAZINE. In diesem amerikanischen Pulp-Magazin (ab 1920) verdienten sich so legendäre Autoren wie Raymond Chandler, Dashiell Hammett, Todhunter Ballard oder Erle Stanley Gardner ihre ersten Sporen. Wenig bekannt ist hierzulande auch der Anti-Schund-Kampf in den USA der 30er Jahre. Das Kapitel "Jugendsünden unterm Hakenkreuz“ behandelt die Tätigkeiten bekannter deutscher Nachkriegsautoren im Dritten Reich. Weiter geht’s mit wichtigen deutschsprachigen Magazinen aus der Weimarer Zeit wie dem UHU.
Ganz
ohne Enttäuschung ging’s leider nicht ab: Die herrlichen Tecumseh-Romane
von Fritz Steuben (d.i. Erhard Wittek) haben noch mehr als ein halbes
Jahrhundert nach ihrer Erstveröffentlichung auch in meiner Kindheit
für leuchtende Augen gesorgt und als Inspiration für so manches
Indianerspiel gedient. Dem Buchtitel nach habe ich mich also auf
einen Artikel zu Steuben/Tecumseh gefreut: der ist aber
leider mit weniger als einer Seite mehr als nur spärlich ausgefallen.
Der Verweis auf eine Wittek-Biographie des Autors ist da eindeutig
zu wenig. Auch bei so manchem anderen Thema wünscht man sich, es
wäre etwas ausführlicher abgehandelt worden. Der Schwerpunkt des
Buches aber liegt eindeutig auf dem utopisch-phantastischen Film.
Galle spannt hier –reich illustriert- einen weiten Bogen von der
Stummfilmzeit bis in die 60er Jahre. Ein launiges Essay über die
Freuden und Leiden eines Sammlerlebens rundet das Buch gelungen
ab.
Fazit: Trotz kleinerer Schwächen bietet dieser schöne Band eine Fülle an Informationen, die man so sonst nirgendwo findet. Freunde und Sammler klassischer populärer Kultur dürfen hier bedenkenlos zugreifen.
Stefan
Meduna
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